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Klaffende Lücke

Frauen beziehen deutlich geringere Renten

Freitag, 18 März 2016 20:11 geschrieben von  Torsten Müller
Frauen beziehen deutlich geringere Renten Frauen beziehen deutlich geringere Renten

Berlin - Bereits vor etwas mehr als drei Jahren hat das Bundesarbeitsministerium darauf aufmerksam gemacht, dass Millionen Deutsche auf Altersarmut zusteuern. Jeder Beschäftigte, der über 35 Jahre hinweg weniger als 2.500 Euro brutto verdient, steuert auf Altersarmut zu und wird auf Grundsicherung im Alter angewiesen sein. Besonders Frauen scheinen häufig auf Altersarmut zusteuern.

Frauen verdienen im Durchschnitt 21 Prozent weniger als Männer, bei den Renten klafft eine noch viel dramatischere Lücke, wie ein Report des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung gezeigt hat. Die aktuellsten Daten beziehen sich auf das Jahr 2011, doch es ist kaum davon auszugehen, dass sich die Lücke seither geschlossen hat. Dem Report zufolge beziehen Frauen durchschnittlich nur 43 Prozent der Altersbezüge der Männer. Es wurden bei der Berechnung nicht nur die gesetzliche Rentenversicherung, sondern auch die private und die betriebliche berücksichtigt. Bei der gesetzlichen Rentenversicherung besteht eine Lücke in Höhe von 40 Prozent. 

Laut Elke Hannack, der stellvertretenden Vorsitzenden des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), sei die „Rente ein Spiegel des Erwerbslebens“. Die Wissenschaftler sehen die Gründe für die alarmierende Ungleichheit in einer niedrigeren Erwerbsbeteiligung von Frauen, einer hohen Teilzeitquote, in niedrigeren Löhnen, in häufigeren und längeren Erwerbsunterbrechungen und in einer höheren Quote von Minijobs ohne Rentenversicherung.

Die Tatsache, dass unzählige Menschen in Deutschland auf Altersarmut zusteuern, verdeutlicht, welchen sozialen Sprengstoff die deutsche Gesellschaft in den nächsten Jahren und Jahrzehnten verkraften müssen wird. Bisher hat es die Politik trotz der seit Jahren bekannten Fakten versäumt, das deutsche Rentensystem auf eine stabile und nachhaltige Grundlage zu stellen. Auch wurde bisher kein Schritt unternommen, um analog zum Mindestlohn eine armutsfeste Mindestrente zu schaffen, die alte Menschen davor schützt, in Altersarmut zu fallen.

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