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Jugendliche Flüchtlinge

Immenser Aufwand für Qualifizierung von Asylbewerbern in der Oberpfalz!

Freitag, 18 März 2016 20:18 geschrieben von  Rüdiger Dietrich
Immenser Aufwand für Qualifizierung von Asylbewerbern in der Oberpfalz! Immenser Aufwand für Qualifizierung von Asylbewerbern in der Oberpfalz!

Regensburg – Immer mehr wird deutlich, dass das sich zurecht geschneiderte Wunschdenken, die Flüchtlinge könnten einen maßgeblichen Beitrag zur Schließung einer einwanderungspolitisch instrumentalisierten Fachkräftelücke leisten am in der überwiegenden Zahl unzureichenden Qualifikationsniveau scheitert. Gemessen an der Personalpolitik beim Bildungspersonal und der vielfachen Aufgabe von Schulstandorten der vergangenen Jahre, wird gegenwärtig ein immenser Einsatz an den Tag gelegt, um schnellstmöglich die Rahmenbedingungen für die Ausbildung jugendlicher Flüchtlinge zu schaffen. In sogenannten Berufsintegrationsklassen sollen junge Asylbewerber und Flüchtlinge innerhalb von zwei Jahren darauf vorbereitet werden, eine Ausbildung aufzunehmen. Die Regierung des ostbayerischen Bezirks Oberpfalz rühmt sich besonderer Erfolge und Ambitionen auf diesem Gebiet. Mit Beginn des Schuljahres 2015/2016 bestanden in der Oberpfalz bereits 39 Berufsintegrationsklassen für berufsschulpflichtige Jugendliche mit geringen Deutschkenntnissen, die zum Februar auf 63 Klassen erhöht wurden.

Doch dem nicht genug, ist bis zum Schuljahresbeginn 2016/2017 ein weiterer Ausbau dieser Integrationsklassen auf 89 Klassen vorgesehen. Bayernweit gibt es etwa 670 solcher Berufsintegrationsklassen, die bislang zumeist von Berufsschulen geführt werden. Erst kürzlich beklagte auch der Vorsitzender des Verbands beruflicher Schulen in Bayern, Jürgen Wunderlich, dass die Berufsschulen durch die Flüchtlinge weit stärker belastet als andere Schularten seien und eine zusätzliche Übernahme der Sprachintensivierungsklassen nicht einzusehen sei, da dies nichts originär mit der Vermittlung berufsspezifischer Kenntnisse zu tun hätte. Zumindest in der Oberpfalz werden aufgrund der Vielzahl der Klassen ab dem Schulhalbjahr erste Berufsintegrationsklassen auch in staatlichen Wirtschaftsschulen, Berufsoberschulen und Berufsfachschulen eingerichtet, was die Pressesprecherin der Oberpfälzer Regierung zu verkünden veranlasste, dass eine wohnortnahe Beschulung in allen Landkreisen und kreisfreien Städten sichergestellt sei.

In diesem Zusammenhang sei aber daran erinnert, dass mit der Berufsschulreform in der Oberpfalz im Jahr 2011 beispielsweise der Landkreis Kötzting viele Berufe des Handwerks abgeben musste, wie bis dahin dort beschulte Maler und Lackierer, Bäcker und Bäckerei-Fachverkäuferinnen. Wie viel in der Oberpfalz für Flüchtlinge getan wird, ist auch an der Arbeitsagentur Schwandorf ersichtlich, wo mit einem ganzen Bündel von Maßnahmen die Voraussetzungen für eine Integration in Ausbildung und Arbeit geschaffen werden sollen, wofür allein die Summe von 1,1 Mio. € zur Verfügung gestellt wird.

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Redaktion