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Dienstag, 29 Dezember 2015 19:35

Europa funktioniert unter dem Euro nicht!

Berlin – Die Euro-Zone zeichnet sich zunehmend als Problemzone aus, deren einstmals propagandistisch verlautbarter Glanz bereits spürbar verblasst, noch ehe sie die versprochene Strahlkraft entwickelte. Banken- und Staatsschuldenkrise hinterließen in der einen zunehmenden Expansionsdrang entwickelnden Währungsgemeinschaft deutliche Spuren, die zu genau dem Makel führten, der für eine Währung existenzbedrohlich ist: einem Vertrauensverlust. Dies zeigt sich unter anderen deutlich daran, dass nun die nächsten Jahre wohl keine Erweiterungen mehr anstehen, wie EU-Kommissionsvize Valdis Dombrovski wissen ließ, und zwar nicht, weil man seitens der EU-Kommission saturiert wäre. „Früher sehnten sich viele Staaten nach dem Euro, heute behalten sie lieber ihre eigenen Währungen“, äußerte er gegenüber der WELT.

Frankfurt am Main - Man möchte doch glauben, dass nach jahrelanger Rettungspolitik innerhalb der Euro-Zone diese langsam in ein nachhaltiges ökonomisch prosperierendes Stadium eingetreten sein sollte und sich die vielfach bemühten Vorteile für Deutschland offenkundig realisieren. Nur ist es ausgerechnet die Euro-Zone, die nicht enden will, eine währungs- wie auch wirtschaftspolitische Problemzone zu sein. Aufgrund der Flüchtlingsinvasion spricht man öffentlich zwar kaum mehr von den wirtschaftlichen Problemfällen innerhalb der EU, doch heißt dies nicht, dass diese durch verschweigen auch verschwinden. Die deutsche Industrie verzeichnete im September zum dritten Mal in Folge einen Rückgang der Aufträge. Und zwar entgegen den von Reuters befragten Ökonomen, die mit einem Zuwachs von 1,0 % rechneten.

Donnerstag, 15 Oktober 2015 15:26

Prof. Sinn fordert Neustart für Euro-Zone!

München - Nachdem bereits sein Buch „Die Target-Falle“ ein Verkaufsschlager wurde, da nicht allein fachlich fundiert, sondern ebenso auf der Höhe der Zeit, dürften die Erwartungen für das mehr als 500-seitige neue Buch „Der Euro“ des scheidenden ifo-Chefs Prof. Hans-Werner Sinn nicht geringer anzusetzen sein. Als Quintessenz des Werks kann die Feststellung gelten, daß der Euro mit dem Anspruch als Friedensprojekt gestartet ist, aber als Zankapfel endete, weshalb die Euro-Zone eines grundlegenden Neustarts bedürfe. H.-W. Sinn blickt jedoch auch über den allein währungspolitischen Horizont hinaus und mahnt an, daß Europa angesichts der Herausforderung durch Flüchtlingskrise und Kriege im Umfeld eine neue Perspektive brauche. Umso mehr spricht sich der renommierte Wirtschaftsprofessor deshalb gegen eine Schuldengemeinschaft aus, die Summen von derartigen Ausmaßen erfordern würde, welche sogar die stärksten Staaten noch überforderte.

Frankfurt am Main - Euro-Rettung ohne Grenzen: EZB-Präsident Marion Draghi kündigte nach der Ratssitzung am vergangenen Donnerstag an, das ohnehin bereits über eine Billion Euro schwere Ankaufprogramm von Staatsanleihen aufgrund gestiegener Risiken und sinkender Wachstumsprognosen ggf. sogar noch auszuweiten. "Das Wertpapier-Kaufprogramm bietet hinreichend Flexibilität, was die Änderung von Umfang, Zusammensetzung und Laufzeit angeht", so Draghi wörtlich. Das Bankensystem kann sich auch weiterhin billig mit frischen Geld versorgen, denn während die Notenbanker das Kauflimit je Emission von 25 % auf 33 % erhöhten, beließen sie den Leitzins fortgesetzt auf dem Rekordtief von 0,005 %. Durch das Ankaufprogramm sollte, laut offizieller Lesart, zwar keine Staatsfinanzierung erfolgen, sondern die Banken zur verstärkten Kreditvergabe angeregt werden, da die Attraktivität der Staatsanleihen als Investment gesenkt würde, allerdings verzeichnete erst jüngst der DIHK in einer Umfrage erstmals seit 2009, daß in Deutschland vergleichsweise zu Betriebsmittelfinanzierungen größere Schwierigkeiten für den Erhalt von Investitionskrediten zu verzeichnen sind. Mit Blick auf das EZB-Programm bleiben auch bislang sowohl die in das Ankaufprogramm gesetzten Konjunktur-, als auch die Inflationserwartungen aus.

Freitag, 21 August 2015 18:58

Sahra Wagenknecht stellt Euro in Frage!

in Politik

Berlin - Nachdem man jahrelang mit einem währungspolitischen Problem konfrontiert ist, das als Eurokrise in die politische Geschichte Einzug hielt und nahezu täglich mediale Erwähnung fand, möchte man glauben, daß man sich darüber wundern müßte, wenn sich immer noch ein Politiker findet, der sich für diese Gemeinschaftswährung ausspricht. Doch in der Bundesrepublik ist exakt das Gegenteil der Fall: ein medialer Aufschrei des Erstaunens tönt durch die Medienlandschaft, wenn aus den Reihen der etablierten politischen Parteien jemand den Euro bzw. dessen Funktionstüchtigkeit in Frage stellt. Vertritt jemand der nicht dem Bundestag angehörenden Parteien ein diesbezügliches Meinungsbild wird dieser ohnehin in gleichgeschalteter Manier als „rechtslastig“ und damit suggestiv gleichbedeutend der Unseriosität geziehen. Interessant wird es nun, da ausgerechnet seitens der Linken, die man schwerlich einer Rechtslastigkeit beschuldigen wird können, nach und nach Kritik an der Gemeinschaftswährung vernehmbar wird. Aus dem Nachbarland Frankreich war es jüngst ebenfalls nicht allein der Front National der Kritik übte, sondern auch der Vorsitzende der französischen Linkspartei Jean-Luc Mélenchon und die bekannte Linke Clémentine Autain, die die autoritäre Haltung der Euro-Gruppe beklagten und forderten, Möglichkeiten eines  Ausscheidens auszuloten. In Deutschland war es kürzlich Oskar Lafontaine, der sich bei der Linkspartei als Euro-Kritiker hervortat und aktuell folgt ihm die Vizechefin der Bundestagsfraktion Sahra Wagenknecht nach.

Frankfurt am Main – Erika Steinbach, Aushängeschild der CDU-Konservativen und frühere Präsidentin des Bundes der Vertriebenen (BdV), wird 2017 nicht nochmal für den Bundestag kandidieren. „Am Ende der laufenden Legislaturperiode gehöre ich 27 Jahre dem Deutschen Bundestag an“, erklärte die 72-Jährige dazu kürzlich. „Das ist schon eine stattliche Zahl.“

Frankfurt am Main - Wird mit einem weiteren Hilfspaket der „Graccident“ verhindert? Könnte die Euro-Zone einen Grexit verkraften? Und wie steht es eigentlich um die anderen südeuropäischen Schuldensünder? Das Damoklesschwert Euro-Krise schwebt nach wie vor über der Europäischen Union. Betrachtet man die von der Statistikbehörde Eurostat veröffentlichten Werte des ersten Quartals, wird man gewahr, daß die 19 Euro-Länder einen Schuldenrekord von 9,43 Bio. € aufweisen. Das bedeutet einen Quartalsanstieg der Schulden um 134,6 Mrd. € allein in den ersten drei Monaten 2015. Erschreckend genug, daß die Schuldenquote Griechenlands inzwischen nahezu 170 % erreicht hat, doch nicht minder besorgniserregend ist der Umstand fünf weiterer Euro-Staaten, deren Schuldenquoten ebenfalls oberhalb der 100% liegen. Die Italiens liegt bei 135,1 %, die Portugals 129,6 %, die Belgiens bei 111 % und die Zyperns bei 106,8 %. Es stellt sich folglich durchaus die Frage, wie die Euro-Zone ein fiskalisches Scheitern eines weiteren oder gar weiterer Staaten aus diesem Kreis verkraften könnte. Doch damit nicht genug.

München - Nach einem Interview der „Welt“ gegenüber steht für den renommierten Ökonomen, Ifo-Chef Hans-Werner Sinn, fest, daß Griechenland gar keine andere Wahl habe, als den Euro zugunsten einer eigenen Nationalwährung aufzugeben, wobei Sinn ein erstes schwieriges Jahr voraussagt, jedoch dadurch absehbar eine Chance zur wirtschaftlichen Gesundung sieht. Der erfahrene Volkswirt geht davon aus, daß die Euro-Länder nicht ausreichend schnell vor der Zahlungsunfähigkeit Griechenlands ihre Parlamente mit dem Sachverhalt befassen werden, wodurch die Einführung einer eigenen Währung alternativlos wird. Die Vergabe weiterer ELA-Kredite durch die EZB ist aufgrund der Feststellung des EFSF, daß Griechenland nicht mehr solvent ist, nicht länger zulässig, und dürfte ihr baldiges Ende finden. Laut Sinn fiel die EZB mit ihrem Handeln längst den Verhandlungsführern mit Griechenland in den Rücken.

Berlin - Im Angesicht des Scheiterns der Marathonverhandlungen der sogenannten Institutionen - vormals Troika genannt - mit Griechenland und des dort bevorstehenden Referendums zu den Bedingungen für weitere Hilfskredite, fand zu Beginn der heutigen Bundestagssitzung eine knapp über zweistündige Debatte zur aktuellen Griechenlandsituation statt. Parteiübergreifend waren sich sämtliche Debattenredner allen rhetorischen Schaukämpfen zum Trotz einig, ihren festen Willen zu bekunden, Griechenland innerhalb der Eurozone zu halten. Ebenso rügten zwar alle Parteiredner unisono spezifisch griechische Mißstände wie die schlechte Steuerverwaltung, unzureichendes Katasterwesen und ähnliche Defizite im Bereich administrativ-institutioneller Grundvoraussetzungen für ein funktionierendes Staatswesen, aber nichtsdestotrotz erklärte niemand, warum dieses so beschaffene Griechenland überhaupt jemals Mitglied in der Eurozone werden konnte. Als gegen Ende der Debatte ein Redner das Eingeständnis machte, daß diese Debatte von großer Ratlosigkeit geprägt sei, hatten sich die Reihen bereits deutlich gelichtet.

Mittwoch, 01 Juli 2015 12:51

Athen ist der falsche Feind!

in Politik

Frankfurt am Main - Ob Berliner Regierung, Leitmedien oder die veröffentlichte „Volkes Stimme“ – alle sind sich einig: In Athen ist der politische und ökonomische Wahnsinn ausgebrochen. Und deshalb wird im wirtschaftsstärksten Staat Europas wieder einmal jene Volks- und Gesinnungsgemeinschaft formiert, die bei anderen brennenden nationalen Themen wie Flüchtlingsstrom oder Islamisierung keine zwei Tage unter dem Dauerbeschuss der etablierten Mächte existieren könnte. Und nichts hat den Hass auf die demokratisch gewählte Regierung Griechenlands so eskalieren lassen wie deren Beschluss, eine kurzfristig anberaumte Volksabstimmung über Akzeptanz oder Ablehnung der Bedingungen der internationalen Kreditgeber durchzuführen. Denn in dem Europa der Herren Junker, Schulz, Schäuble und Merkel ist der Wille des Volkes ungefähr so erwünscht wie ein Frosteinbruch im Juli.

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