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Dienstag, 01 März 2016 23:28

MIV-Milchgipfel in Brüssel

in Politik

Brüssel – Vergangene Woche fand in der bayerischen Vertretung in Brüssel mit mehr als 200 Teilnehmern der Branche nebst hochrangigen Vertretern aus EU-Kommission und EU-Parlament der MIV-Milchgipfel statt. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion debattierten der MIV-Vorsitzende Peter Stahl, der bayerische Staatsminister Helmut Brunner, der stellvertretende Generaldirektor der GD AGRI (Kommission) Joost Korte, MdEP Ulrike Müller und MdEP Herbert Dorfmann über das Thema „Die Europäische Milchwirtschaft im Spannungsfeld globaler Entwicklungen“. Auch wenn allgemein eine Rückkehr zur Milchquote abgelehnt und vielmehr die  Marktteilnehmer in die Verantwortung genommen wurden, privatwirtschaftliche Lösungen zu finden, wurde dennoch die Notwendigkeit politischer Rahmenbedingungen betont. Einige Landwirte unter den Teilnehmern wiesen den Vorwurf von sich, Ursache der Überproduktion zu sein, da beispielsweise in gewissen Regionen eine Ausweitung der Produktion aufgrund der geographischen Begebenheiten gar nicht möglich sei. Darüber hinaus machten diese deutlich, zusammen mit den Molkereien auch die Last von politischen Beschlüssen wie dem Russland-Embargo zu tragen.

Donnerstag, 04 Februar 2016 03:03

Dramatische landwirtschaftliche Lage!

Rosenheim – Trotz der diversen volks- und weltwirtschaftlichen Sollbruchstellen geben viele Branchen in Deutschland auch für 2016 eine allgemeine Wachstumsprognose ab. Inwieweit diese durch nachträgliche Korrekturen eines Besseren belehrt werden, wird sich zeigen. Zu denken geben sollte jedoch, wenn der landwirtschaftliche Bereich gleich zu Jahresbeginn eine trübe Aussichtslage zeichnet. Eine Nation ist gut beraten, auch in Zeiten, in denen die wirtschaftlichen Debatten von digitaler Offensive und Industrie 4.0 dominiert werden, dem sprichwörtlich bodenständigen Sektor als einem nicht unerheblichen Fundament die gebührende Aufmerksamkeit zuzumessen. In der Branche ist nicht erst seit gestern von einer sogar als dramatisch bezeichneten schlechten Lage die Rede. Diese Situation scheint sich nach Ansicht der Landwirtschaftsvertreter unverändert weiter fortzuschreiben, wenn nicht gegensteuernde Maßnahmen ergriffen werden, bei denen die Politik gefragt ist.

Berlin – Einer aktuell verabschiedeten Erklärung des deutschen Bauernverbandes ist in wesentlichen Punkten die Einschätzung der gegenwärtigen Entwicklung des Agrarsektors und die Forderung der deutschen Landwirtschaft an die nationale und internationale Politik zu entnehmen. Deren Bedeutung ist abgesehen vom gesellschaftlichen Beitrag der Landwirtschaftsbetriebe auf kultur- und umweltfachlichem Gebiet vor allem aufgrund des direkten Zusammenhangs mit unserer Ernährungssituation hinsichtlich Versorgungssicherheit, Preisentwicklung und Qualität nicht gering zu schätzen. In den vergangenen 20 Jahren haben sich die deutschen Agrarausfuhren mehr als verdreifacht, die Importe verdoppelt, wobei Deutschland dabei stets Nettoimporteur von Agrarprodukten und Lebensmitteln ist. Nach wie vor ist der heimische Markt mit einem geschätzten Absatzanteil von etwa 75 % der Dreh- und Angelpunkt für die deutsche Landwirtschaft. Rund 20 % der Erzeugung gehen in die Länder der Europäischen Union, lediglich der verbleibende Teil in Drittlandsmärkte.

Berlin – Nicht zum ersten Mal und sicherlich auch nicht zum letzten Male werden der Deutsche Bauernverband (DBV) und die Verbände der Molkereiwirtschaft - wie jüngst im Rahmen der Internationalen Grünen Woche in Berlin - die Auswirkungen der derzeitigen Preiskrise diskutiert haben, um gemeinsame Ansatzpunkte zur Verbesserung der Wertschöpfung in der Milcherzeugung zu eruieren. Die Lage auf dem Milchmarkt ist nach wie vor äußerst angespannt, die Erzeugerpreise für die Milchbauern existenzgefährdend. Als Hauptproblemfelder sind gegenwärtig die unzureichende Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Milchwirtschaft und die prekäre Liquidität der Milchviehbetriebe auszumachen. Die Verbandsspitzen erwarten sich auf Bundes- und EU-Ebene eine bessere Exportunterstützung mit Blick auf Zugang zu Drittstaaten, fordern darüber hinaus aber auch Initiativen, die zu einer Beendigung des russischen Importembargos führen.

Berlin – Quartalsweise wird mittels einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des DBV, des VDMA Fachverbandes Landtechnik und der Landwirtschaftlichen Rentenbank das sogenannte „Konjunktur- und Investitionsbarometer Agrar“ ermittelt. Für das aktuelle Barometer befragte das Marktforschungsinstitut Produkt + Markt rund 2.100 Landwirte und Lohnunternehmer in ganz Deutschland. Die Ergebnisse zeigen eine weiter verschlechterte wirtschaftliche Stimmungslage in der deutschen Landwirtschaft. Eine angespanntere Liquiditätslage in vielen Betrieben führt zu einem weiteren drastischen Rückgang der Investitionsbereitschaft. Das für die nächsten sechs Monate geplante Investitionsvolumen mit 3,3 Mrd. € weist auf einen erneuten Tiefpunkt hin. Gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum sind das 1,4 Mrd. €, gegenüber dem Stand von vor zwei Jahren sogar 3,0 Mrd. € weniger. Nur 28 % der Landwirte wollen in den kommenden sechs Monaten investieren; vor einem Jahr waren es noch 34 %, vor zwei Jahren 40 %. Die Investitionszurückhaltung betrifft alle Betriebsformen.