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Berlin – Das unter dem Kürzel TTIP bekannte Freihandelsabkommen steht seit seinem Bekanntwerden unter nicht unerheblicher Kritik. Sei es seitens Verbraucherschutzvereinigungen, Umweltverbänden, der Landwirtschaft oder auch wie vor nicht allzu langer Zeit hinsichtlich rechtsstaatlicher Bedenken seitens des Deutschen Richterbundes. Doch auch aus den Reihen einiger politisch Verantwortlicher regte sich zuweilen Kritik aufgrund der Intransparenz des Verfahrens und des mangelnden Einblicks in wesentliche Unterlagen. Der Fraktionsvorsitzende der in Bayern im Landtag vertretenen Freien Wähler, Hubert Aiwanger, sprach sich erst Ende vergangener Woche erneut gegen die Freihandelsabkommen CETA und TTIP aus, die er als viel zu umfassend betrachtet und vor einer zu weit gehenden Liberalisierung warnt, die sich von der Arzneimittelzulassung über Trinkwasser und Hormonfleisch bis zum Ausschreibungswesen oder Berufsabschlüssen erstrecke.

Berlin – Immer wieder treten in der Politik Diskussionen darüber auf, ob gewisse Bereiche besser oder sinnvoller staatlich oder privatwirtschaftlich organisiert sein sollen, worüber je nach ideologischem Standpunkt nicht selten leidenschaftlich gestritten wird. In Deutschland trifft diese Debatte gegenwärtig die Entsorgungswirtschaft. Untersuchungen von BDE Research, der volkswirtschaftlichen Abteilung des Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft e. V., haben ergeben, dass der Marktanteil der mit der Hausmüllsammlung beauftragten privaten Unternehmen zwischen 2006 und 2016 bundesweit um rund 16 % zurückgegangen ist, wodurch der Marktanteil staatlicher Unternehmen auf insgesamt 47 % anstieg. Besonders betroffen von dieser Entwicklung sind die regionalen mittelständischen Privatunternehmen. Spitzenreiter dieser Entwicklung sind die neuen Bundesländer. Deren Kommunen haben im besagten Zeitraum über ein Drittel der zuvor durch private Entsorger erbrachten Hausmüllsammlung verstaatlicht.

Berlin – Ein seit Jahren anhaltender Substanzverlust der infrastrukturellen Einrichtungen in Deutschland ist längst ein offenes Geheimnis, beispielsweise sind seit 2003 die kommunalen Nettoinvestitionen rückläufig, was nichts anderes bedeutet, als dass nicht einmal mehr die Abschreibungen kompensiert werden, sprich ein Vermögensverlust zu verzeichnen ist. Doch handelt es sich dabei nicht allein um ein kommunales Problem und insbesondere die Verkehrsinfrastruktur ist häufiges Debattenthema. Mit dem Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH), dem Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB), der Bundesvereinigung Mittelständischer Bauunternehmen (BVMB) und dem Allgemeinen Deutschen Automobil-Club (ADAC) meldet sich eine Initiative aus Handwerk, Bauwirtschaft und Straßennutzern im Vorfeld der anstehenden Beratungen von Bund und Ländern mit konkreten Vorschlägen zur Weiterentwicklung der Strukturen des Fernstraßenbaus öffentlich zu Wort.

Frankfurt a. M. – Der neue „Branchenbericht Chemie" der Commerzbank untersucht die aktuelle Position der chemischen Industrie, erläutert ihre Stärken und Schwächen und gibt Einblick in ihre Absatzmärkte, etwa die Schwellenländer und China. VCI-Hauptgeschäftsführer Utz Tillmann ergänzte den „Branchenbericht Chemie" der Commerzbank aus Sicht des Verbandes, wobei er dabei auf die enge Verknüpfung zwischen Pharma-Sparte, Spezial- und Basis-Chemie hinwies und die Erfolgsfaktoren der Branche in Deutschland benannte. Als solche führte er die zentrale Rolle im Netzwerk der Industrie, eine hohe Innovationskraft, einen starken Mittelstand, die Energie- und ressourceneffiziente Produktion sowie die Ausrichtung der Produktstrategie auf Megatrends und Nachhaltigkeit als die fünf wesentlichen Aspekte an. Als Achillesferse für die Wettbewerbsfähigkeit der Branche bezeichnete Tillmann jedoch die Energiepolitik.

Berlin – Die Mittelstandinitiative, ein von den Bundesministerien für Umwelt und Wirtschaft gefördert gemeinsames Projekt des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) und des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), initiiert bundesweit Projekte und Veranstaltungen, die kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in Industrie, Gewerbe und Handwerk für das Thema Energiewende sensibilisieren, neue Ideen zur Beförderung der betrieblichen Energieeffizienz verbreiten und die überregionale Vernetzung von KMU vorantreiben. Das mit rund vier Millionen Euro geförderte Gemeinschaftsprojekt geht in die Verlängerung und setzt ihre Arbeit zunächst bis Ende 2018 fort, wobei neue Schwerpunkte die bewährten Formate ergänzen sollen. In den kommenden Jahren will sich die Mittelstandsinitiative dem Thema betriebliches Mobilitätsmanagement zuwenden. Eine weitere Neuerung ist das Pilotvorhaben "Innovationsassistenz für Energieeffizienz".

Berlin – Seit Jahren diskutieren Politik und Medien über den Fortgang oder auch ausbleibenden Fortgang des Ausbaus der Breitband-Infrastruktur und trotz maroder Brücken war die sogenannte Datenautobahn häufig die meistdiskutierte Verbindung. Doch war es bislang überwiegend eine Frage der regionalen Standortwettbewerbsfähigkeit mit Blick auf Teilnahme an Ausschreibungen oder ähnlichem, das oftmals von im ländlichen Raum befindlichen Unternehmen nicht auf Augenhöhe mit denjenigen in gut ausgebauten Verdichtungsräumen wahrzunehmen war, geht es inzwischen um sogar um die künftige Abwicklung von Produktionsprozessen selbst. Die nächste ökonomische Revolution unter dem Schlagwort Industrie 4.0 verlangt nach tiefgreifenden strukturellen Veränderungen, für die von den Wirtschaftsakteuren nun seitens der Politik die dementsprechenden Rahmenbedingungen gefordert werden. Dieses Thema begleitet auch das Weltwirtschaftsforum in Davos. Manche Wirtschaftsbranche artikuliert diesbezüglich jedoch Defizite in Deutschland, so beispielsweise der Maschinenbau.

Dienstag, 12 Januar 2016 03:28

Jobmotor Familienunternehmen!

Berlin/Bonn – Das IfM Bonn führt im Auftrag der Deutschen Bank AG und des BDI regelmäßig Studien über die größten Familienunternehmen in Deutschland durch. Das nun veröffentlichte sechste Kennzahlen-Update untersucht die volkswirtschaftliche Bedeutung der 4.497 Familienunternehmen mit mindestens 50 Millionen Euro Jahresumsatz. Dafür wurden ihre Bilanz und GuV-Kennzahlen der Jahre 2012 und 2013 und die bereits veröffentlichten Daten von 2014 analysiert. Laut dieser aktuellen Studie weisen sich insbesondere die Familienunternehmen als Wachstumsmotor und bedeutender Stützpfeiler der deutschen Wirtschaft aus. Dem besagten Kennzahlen-Update ist hinsichtlich der untersuchten Familienunternehmen ein deutlicher Beschäftigungszuwachs und ein Anstieg der Eigenkapitalquote auf überdurchschnittliche 37 % zu entnehmen. Der Beschäftigungszuwachs in Familienunternehmen fällt sogar deutlich höher aus als in allen Unternehmen insgesamt, weshalb an der besonderen Bedeutsamkeit für den Arbeitsmarkt nicht zu zweifeln ist.

Magdeburg - Eine nicht wegzudenkende Säule der deutschen Wirtschaftsstruktur stellt der Mittelstand dar, der nicht zuletzt durch seine flächendeckende regionale Verankerung ca. 60 % der Arbeitsplätze und 84 % der Auszubildenden stellt. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) und der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) verständigten sich auf mittelstandspolitische Ziele in den Bereichen Gründergeist, Digitalisierung, Finanzierung, Fachkräfte und Bürokratieabbau, bezüglich derer in der gemeinsamen Erklärung „Zukunft Mittelstand“ die wachstumsorientierten Leitplanken skizziert werden. Aus Sicht der mittelständischen Familienunternehmen sieht DIHK-Präsident Schweitzer die Neuregelung der Erbschaftssteuer ganz oben auf der Agenda, gefolgt von einer Verbesserung des Investitionsklimas.

Magdeburg - Seit Beginn des Ukraine-Konflikts erhalten deutsche Unternehmen teilweise 60 Prozent weniger Aufträge und Bestellungen aus Russland. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) geht davon aus, dass hiesige Firmen mit ihren Russland-Geschäften im letzten Jahr mindestens 7,2 Milliarden Euro weniger umsetzten als 2013. Vor allem der Mittelstand leidet unter den Sanktionen gegen Russland: Eine Umfrage der DZ Bank ergab, dass 28 Prozent aller mittelständischen Unternehmen davon betroffen sind, 40 Prozent erwarten negative Auswirkungen, fünf Prozent sogar „deutlich negative“.