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CEO Michael Broda und sein Team setzen auf die neue Kryptowährung ERT

esports.com will zum international führenden Anbieter für die E-Sport-Szene aufsteigen

Donnerstag, 15 März 2018 02:57 geschrieben von  Gunnar Jahn
esports.com will zum international führenden Anbieter für die E-Sport-Szene aufsteigen Quelle: esports.com

Heidelberg – Wenn DFB-Präsident Reinhard Grindel über E-Sport spricht, legt sich seine Stirn in Falten. „eSports ist für mich kein Sport“, polterte Deutschlands oberster Fußballfunktionär kürzlich bei einem Termin der Tageszeitung „Weser-Kurier“. Die zunehmende Nutzung von digitalen Spieleangeboten durch Jugendliche im Wettkampf sei für ihn „eine absolute Verarmung“, so Deutschlands oberster Fußballfunktionär. Sport gehörean die frische Luft und auf den Rasen, nicht in die Welt von Bits und Bytes.

Grindels Kritik richtet sich hauptsächlich gegen das Vorhaben der neuen GroKo, E-Sport als eigenständige Sportart anzuerkennen und sogar olympiafähig zu machen. Im ansonsten wenig ambitioniertenKoalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD heißt es, man wolle „eSports künftig vollständig als eigene Sportart mit Vereins- und Verbandsrecht anerkennen und bei der Schaffung einer olympischen Perspektive unterstützen“.Der Wettkampf zwischen Menschen mittelsComputerspielen schule „wichtige Fähigkeiten“, die „nicht nur in der digitalen Welt von Bedeutung sind“. Dies erfordere auch „Sportstrukturen“, im Klartext also auch den Aufbau einer breiten Amateursparte und dieIntegration in die Sportförderung der Länder.

Während der DFB-Präsident die Idee, E-Sport den traditionellen Sportarten gleichzustellen und sogar zu den Olympischen Spielen zu bringen, für „absurd“ hält, ist die Initiative der kommenden Bundesregierung für den Präsidenten des eSport-Bundes Deutschland (ESBD), Hans Jagnow, „ein massiver Schritt nach vorne“. Der Vorsitzende des Gamer-Dachverbandes ist begeistert und sieht ganz neue Möglichkeiten für die Aktiven. Tatsächlich hat der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) bereits im November letzten Jahres die Gründung einer Arbeitsgruppe für E-Sportangekündigt. Mit dieser und mit der Politik wolle der ESBD künftig eng zusammenarbeiten, kündigte Jagnow an.

Neue Gesichter im Unternehmen

Mit Freude dürfte auch Arne Peters das GroKo-Vorhaben zur Kenntnis genommen haben. Der ehemalige Vizechef und strategische Kopf der Turtle Entertainment GmbH, die als Ligenbetreiber und Eventveranstalter im E-Sport-Bereich tätig ist, unterstützt jetzt das Team von esports.com – einer Gamer-Plattform, die sich zum Ziel gesetzt hat, zuminternational führenden Webangebot in diesem Bereichaufzusteigen.

Peters, der als einer der versiertesten Experten der Branche gilt und unter anderem die ESL One, die Intel Extreme Masters und die ESL Meisterschaft ausrichtet, wird bei dem Portalbetreiber zunächst in beratender Funktion einsteigen. „Mit Arne konnten wir einen absoluten Kenner der eSports-Szene für uns begeistern, und wir sind stolz und glücklich, ihn jetzt an unserer Seite zu haben“, erklärte dazu der CEO der eSports.com Group AG, Michael Broda.

Die neue Personalie ist Teil von größeren Umstrukturierungsmaßnahmen, auch im Management des aufstrebenden UnternehmensDer Gründer und bisherige CEO Philipp Geppert hat seinen Posten geräumt, steht aber esports.com weiterhin beratend zurSeite. Sein Nachfolger ist der Investment-Banker und Venture-Capital-Unternehmer Michael Broda, während Casino-Investor Robin Lawson weiterhin als COO fungiert und sich um das operative Geschäft kümmert.

Nicht mehr an Bord sind hingegen Mitgründer Benjamin Föckersperger und der bisherige Global ContentDirector Benjamin Kratsch. Beide hatten intensiv um neue Investoren geworben hatten. Heiko Hubertz, der mit Whow Games das Casino-Portal MyJackpot.com betreibt, behält seinen Berater- und Beirats-Posten.

Ausgeklügelte Kryptowährungs-Strategie

Broda und seine Mannschaft sind angetreten, von Deutschland aus die Welt des E-Sports zu revolutionieren. Für einen siebenstelligen Betrag, wie man in Branchenkreisen munkelt, hat ein Kreis von Investoren die Domain „esports.com“ gekauft, um in diesem Jahr voll durchzustarten und ein attraktives Rundumpaket für Gamer, Sponsoren, Medien und andere Interessierte zu bieten.

Neben tagesaktueller Berichterstattung ist auch eine eSports University angedacht, in der Lehrvideos und Trainings mit Stars der Szene möglich sein sollen. Im Vordergrund soll vor allem die Interaktion stehen: Aktivitäten auf der Seite, wie das Hochladen von Tutorials oder nützlichen Tipps, werden mit einer eigenen Kryptowährung, die wie der berühmte Bitcoin auf der Blockchain-Technology basiert, belohnt. Dieser Esports Reward Token (ERTwird nach dererfolgreichen Markteinführung bereits auf mehreren Kryptowährungs-Börsen gehandelt. Coinexchange und C-Cex haben den ERT im Angebot, in Kürze auch die Plattform HitBTCDie Börsen-Schwergewichte der Krypto-Szene haben die digitale Währung allerdings noch nicht im Angebot.

Die eSports.com Group AG sammelt schon seit letztem Jahr Gelder von Investoren ein, die Anteile – sogenannte Token – an der Plattform erwerben können. Der Gesamtvorrat dieser Token beträgt nach Unternehmensangaben 60 Millionen ERT, von denen zum Marktstart, dem Initial Coin Offering (ICO), 24 Millionen zur Verfügung standen. Die nicht verkauften Token verbleiben im Cold Storage des AnbietersHierbei handelt es sich um eine Aufbewahrungsform für Kryptowährungen, bei der die Zugangsschlüssel zum Schutz vor Hacking nicht online, sondern offline gespeichert werden.

Für die Kryptowährung ERT gibt es verschiedene Nutzungsmöglichkeiten. Die Macher von eports.com erläutern dazu: „Du kannst ERT für jede Form von Zahlung nutzen, zum Beispiel für T-Shirts und Coachings. ERT ist ebenfalls für Vergütungen gedacht. Das bedeutet, wenn du Geld auf unserer Plattform ausgibst, verdienst du dir damit ERT. ERT ist auch dazu gedacht, qualitativen Nutzercontent zu entlohnen. Wenn andere Nutzer deine Uploads wertschätzen und mit ihnen interagieren (dein Guide bekommt eine Menge Views oder Likes, zum Beispiel), werden wir dich für deinen Beitrag entlohnen. ERTs sind dein Ticket für Verlosungen. ERT-Token gewähren dir Zugang zu speziellen Features und exklusivem Content, welcher nur über ERT zur Verfügung steht.“

Zu den Handelsplätzen und der Limitierung der Digitalwährung heißt es: „ERT ist auf den verschiedensten Handelsplätzen handelbar, und wir kaufen ebenfalls Token, zum jeweils gegenwärtigen Marktwert, zurück. Da wir unsere Nutzer mit ERT belohnen, wenn sie zu unserer Plattform etwas beitragen, kann es passieren, dass unser Vorrat eines Tages erschöpft ist, da die Token limitiert sind. Wenn dieser Punkt erreicht ist, werden wir Token von den Nutzern zurückkaufen, damit wir in der Lage bleiben, die Nutzer weiterhin für ihre Inhalte zu entlohnen.“

Kein Wett-Angebot

Anders als zunächst geplant, wird es auf esports.com keine Wetten auf Turniere und Matches geben. Ausschlaggebend für den Verzicht auf dieses Angebot waren laut Unternehmenschef Broda das Feedback und die Bedenken der Community. Stattdessen habe man zuletzt nochmal stark in die Softwareentwicklung investiert – und hier vor allem in die Blockchain-Technologie. Bereits ab dem dritten Quartal 2018 sollen nahezu alle geplanten Funktionen auf esports.com online sein. „Wir haben die gesamte Roadmap deutlich gestrafft“so CEO Michael Broda.

Das anvisierte Wachstum wolle man mit einigen namhaften Kooperationspartnern und Joint Ventures vorantreiben, hieß es dazu seitens des Unternehmens. Details hierzu sind allerdings noch nicht bekannt. In den vergangenen Monaten hatte esports.com bereits in Shows des TV-Senders ProSieben und beim Rückrundenstart der Fußball-Bundesliga geworben. Richtig klar, was das Portal überhaupt anbietet, wurde dabei allerdings nicht, zumal die Inhalte nur in englischer Sprache verfügbar waren. Auch hier haben Broda und seine Leute zeitnahe Verbesserungen angekündigt.

Von esports.com abgedeckt werden bereits Games wie DOTA 2, Heroes of the Storm, StarCraft II, League ofLegends, Counterstrike GO, HearthstoneOverwatchund PlayerUnknown’s Battleground. Weitere sollen demnächst folgen. Die Gamer-Szene wie auch Kryptowährungs-Fans erwarten mit Spannung die weiteren Schritte des Unternehmens und den Ausbau der Plattform.

Letzte Änderung am Donnerstag, 15 März 2018 03:06
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