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Frei.Wild-Sänger Philipp Burger beklagt Diffamierung

„Rechts ist in Deutschland gleich Nazi“

Freitag, 30 Januar 2015 18:16 geschrieben von  Johann W. Petersen
Logo der Band Frei.Wild Logo der Band Frei.Wild Quelle: www.frei-wild.net

Bozen - Der Sänger der Südtiroler Deutschrock-Band Frei.Wild, Philipp Burger, hat in einem Interview mit dem „Nordbayerischen Kurier“ die Diffamierung von Patrioten als „Nazis“ beklagt. „In Deutschland wird jemand mit konservativen Werten als rechtsradikal bis Nazi bezeichnet“, so der Brixener.

In Italien sei dies anders. „Nachdem in Deutschland das Wort ‚Rechts‘ blind übergeleitet wird zum Nazi, ist das ein großer Unterschied.“ Für ihn sei ein Patriot jemand, „der keine Ausgrenzung betreibt, der sich nicht besser als jemand anders fühlt. Der einfach nur glücklich ist, irgendwo aufgewachsen zu sein und dort ein positives Lebensgefühl erfährt. Und dafür ist er dankbar und trägt seinen Teil dazu bei. Das ist ein Mensch mit einer gesunden Heimatliebe.“

Auf die Frage, was für ihn Heimat bedeute, antwortete Burger: „Heimat beinhaltet alles, wo wir sagen, das ist ein enorm großer Teil Glück. Das ist unser friedliches – auch zweisprachiges – Aufwachsen in einer weltweiten Vorzeigeautonomie, wie sie Südtirol hat. Es ist eine wunderschöne Natur. Es sind die Momente der Vergangenheit, die wir von kleinauf erlebt haben. Vertrautheit, Sicherheit – das ist für mich Heimat. In der Früh aufzustehen und sagen: Wow, ich habe hier ein wunderschönes Land, und ich habe dazu beigetragen.“ Und weiter: „Genauso muss ich sagen, dass man bei uns auch die alten Traditionen und die Bräuche wie ein Herz-Jesu-Feuer pflegt. Ich finde auch total gut, wenn man sich am Sonntag nach der Kirche auf dem Dorfplatz trifft und gemütlich was trinkt. Das ist wichtig für das Sozialgebilde in jedem Dorf.“

Was die Diffamierung als „Nazis“ betrifft, so sind Burger und seine drei Musikerkollegen gebrannte Kinder. Immer wieder geriet die Südtiroler Rockgruppe wegen ihrer patriotischen Liedtexte in Deutschland unter Beschuss. Zu einem Eklat kam es 2013 nach der Nominierung von Frei.Wild für den Musikpreis Echo. Nach Protesten und Boykottandrohungen anderer Bands zog die Deutsche Phono-Akademie die Nominierung mit der Begründung zurück, dass der Echo nicht zum Schauplatz politischer Debatten geraten dürfe. Die Fans zeigten sich solidarisch mit den gegen die bis dato geltenden Regeln von der Nominierungsliste Gestrichenen. Im darauf folgenden Jahr schlugen Frei.Wild die Einladung zur Echo-Verleihung trotz einer erneuten Nominierung aus. Die Band forderte von der Deutschen Phono-Akademie eine Entschuldigung für die Ausladung im Vorjahr, die jedoch ausblieb. Ihrem Erfolg tat dies alles keinen Abbruch. Nach wie vor heimst Frei.Wild eine Goldene Schallplatte nach der anderen ein.

Letzte Änderung am Freitag, 30 Januar 2015 18:23
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