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Abgesang aufs TV

ARD/ZDF-Ableger Kinderkanal versucht sich auf YouTube zu retten

Mittwoch, 12 November 2014 10:12 geschrieben von 
ARD/ZDF-Ableger Kinderkanal versucht sich auf YouTube zu retten Quelle: kika.de

Erfurt - Mit den modernen Medien gerät das über Jahrzehnte erfolgreiche Fernsehen in eine Krise. Sorgen, die Zeitungen längst haben, kommen nun auch auf die TV-Macher zu. Der Nachwuchs weiß längst besser mit einem iPad oder einem Tablet umzugehen als mit der offenbar antiquierten Fernbedieung eines Fernsehers. Neueste TV-Geräte verfügen vor allem über einen Internetbrowser.

Nun endlich haben wohl auch die öffentlich-rechtlichen Kinderunterhalter bei KiKa den Trend erkannt. "Fernsehen für die Tube" soll ein Fluchtweg sein: Der öffentlich-rechtliche Kinderkanal (KiKa) von ARD und ZDF will crossmedialer werden und orientiert sich dabei an Googles Video-Netzwerk YouTube, das auch bei Kindern äußerst beliebt ist. Derzeit suche man “Moderatoren, die sehr web-affin sind und die man vielleicht schon von YouTube kennt”, äußerte sich KiKa-Programmgeschäftsführer Michael Stumpf zuletzt gegenüber DWDL. Im Visier hat er den “YouTube-Nachwuchs, der mit dem Thema Bewegtbild ganz entspannt und selbstverständlich umgeht”.

Ab kommenden Jahr will Michael Stumpf auch KiKa-Inhalte über YouTube verbreiten und die Video-Plattform als “Fenster in unser Programm nutzen”. Die Nutzungsgewohnheiten von Kindern hätten sich “durch YouTube massiv verändert”, darauf müsse man “auch im Programm reagieren”. Ein neues Medienmagazin soll “die komplette Bandbreite für Medien-Einsteiger” abdecken. Ein Tabu bleibt dagegen Facebook, das offiziell erst ab 13 Jahren genutzt werden darf und somit knapp über der KiKa-Zielgruppe liegt. Auch soziale Netzwerke sollen eingesetzt werden, um frühzeitig dem Weg in die mediale Bedeutungslosigkeit begegnen zu können.

Fernsehen wird bals was fürs Museum!

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