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FC St. Pauli versus „Bild“

Asylpropaganda erreicht die Fußballstadien

Sonntag, 20 September 2015 21:24 geschrieben von  Torsten Müller
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Hamburg - Die medial und politisch verordnete Willkommenskultur zugunsten von Asylbewerbern erreicht die Fußballstadien der Republik. Die „Bild“-Zeitung und der Paketzusteller Hermes haben die 36 Fußball-Erst- und Zweit-Ligisten dazu aufgerufen, sich an einer gemeinsamen Propagandaaktion zugunsten von Flüchtlingen zu beteiligen. So sollen die Spieler der Mannschaften mit einem Aufnäher auflaufen, auf dem der Spruch „Wir helfen!“ und das „Bild“-Logo prangen.

Der Zweitligist FC St. Pauli hat sich der Aktion verweigert, woraufhin „Bild“-Chefredakteur Kai Diekmann den Verein auf Twitter kritisierte. Diekmann schrieb: „Kein Herz für Flüchtlinge. Schade eigentlich, @fcstpauli!“ Fans von St. Pauli laufen nun Sturm gegen die Zeitung und werfen ihr vor, über Jahre hinweg Fremdenhass geschürt zu haben. St. Pauli setzt in der Flüchtlingsfrage auf eigene Aktionen, so versteigerte der Verein themenbezogene Banner. Der Geschäftsführer des Hamburger Fußball-Vereins, Andreas Rettig sagte dazu: „Der FC St. Pauli steht für eine Willkommenskultur und wir handeln damit auf eine Art und Weise, die unseren Club schon seit Jahrzehnten ausmacht. Wir leisten ganz praktische und direkte Hilfe dort, wo sie gebraucht wird.“

Das Testspiel gegen Dortmund, das unter dem Motto "Refugees welcome" stand, privates Engagement der Spieler sowie verschiedene Aktionen der Fans seien ein Beleg dafür. Mit Blick auf die von „Bild“ und Hermes initiierte Aktion sagte Rettig: „Daher sehen wir für uns nicht die Notwendigkeit, an der geplanten, für alle Clubs freiwilligen Aktion der DFL teilzunehmen.“

Mehrere Zweitligisten zeigen sich nun solidarisch mit dem FC St. Pauli und wollen die Aktion ebenso boykottieren. Viele Vereine haben dem FC St. Pauli Zuspruch signalisiert. Der MSV Duisburg will mit einem eigenen Sondertrikot mit der Aufschrift „Refugees welcome!“ auflaufen.

Unabhängig von der Frage, welche von beiden Seiten sich im Recht befindet und der bessere Flüchtlings-Lobbyist ist, muss die Frage gestellt werden, warum der Fußball überhaupt politisiert werden muss. Viele Fans fragen sich, was das noch mit Sport zu tun haben soll, dass Fußballvereine politisch das widerkäuen, was die etablierten Parteien vorbeten.

Die Willkommenskultur mag zwar den Nerv der Medienlandschaft treffen, die berechtigten Sorgen und Befürchtungen derjenigen, die in ihrer direkten Wohnumgebung mit Asylbewerbern konfrontiert sind, werden hingegen ausgeblendet.

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