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Protest gegen „Doppelmoral des Westens“

Auch Satire? Iran sucht beste Holocaustleugner!

Dienstag, 03 Februar 2015 04:01 geschrieben von 

Teheran - Aus Protest gegen die erneuten Mohammed-Karikaturen des Satiremagazins „Charlie Hebdo“ erklärt das iranische Haus der Karikaturen in Teheran die Leugnung des Holocausts zum Thema des zweiten internationalen Karikaturenwettbewerbs.

Wie der Sekretär des Wettbewerbs, Masud Shojaei-Tabatabaii, auf der Pressekonferenz erklärte, könnten bis Anfang April Zeichnungen eingereicht werden. Die besten Arbeiten sollen anschließend im Palästinensischen Museum für zeitgenössische Kunst ausgestellt werden. Dem Gewinner des Karikaturenwettbewerbs winkt ein Preisgeld von zwölftausend Dollar (umgerechnet rund 10.610 Euro). Der Zweit- und Drittplatzierte erhält je achttausend beziehungsweise fünftausend Dollar.

Es ist bereits der zweite derartige Wettbewerb, den das Haus austrägt. 2006 reagierte die iranischen Karikaturisten damit auf den sogenannten „Karikaturenstreit“: die dänische Zeitung „Jyllands Posten“ hatte damals spöttische Mohammed-Zeichnungen veröffentlicht und erstmals eine breite Diskussion losgetreten. Vor rund acht Jahren erhielt das Karikaturenmuseum rund eintausend Einsendungen aus sechzig Ländern. Den ersten Platz gewann ein Bild, auf welchem der Tempelberg von Jerusalem von einer Mauer umgeben zu sehen ist, die von einem mit einem Davidstern verzierter Baukran entsprechend einer schwarz-weiss-Vorlage von Auschwitz gebaut wird. Auch 2010 und 2013 veranstaltete das Haus Karikaturenwettstreite.

Man habe das Thema ganz bewusst gewählt, um dem Westen seine eigene „Doppelmoral“ aufzuzeigen: Bei Gotteslästerung in Form von Mohammed-Karikaturen erkläre man freimütig, die Kunst sei frei und dürfe sich über alle Grenzen hinwegsetzen – angesichts der Anschläge in Paris gingen einige sogar soweit, zu sagen, Kunst müsse sich über derartige Grenzen hinwegsetzen. Dass damit die Gefühle zahlloser Gläubiger verletzt werden, werde hingegen in deutlicher Überheblichkeit abgetan und fast schon belächelt.

Widme sich ein Künstler hingegen dem Thema „Leugnung des Holocausts“ reagieren eben jene, die eben noch Freiheit der Kunst und Meinungsfreiheit schrien, nicht weniger dünnhäutig wie die zuvor Belächelten. Wer dieses Thema in den westlichen Ländern aufgreife, werde ebenso bestraft wie Mohammedkritiker in anderen Ländern.

Der Iran hatte den Terroranschlag auf die Redaktion des Satiremagazins „Charlie Hebdot“ öffentlich verurteilt, dabei jedoch auch darauf hingewiesen, dass die Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen nicht gut geheißen wird. Der ehemalige iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hatte den Holocaust als „Erfindung der Juden“ bezeichnet und gedroht, Israel zu vernichten.

Der letzte Wettbewerb im Jahr 2006 wurde von UN-Generalsekretär Kofi Annan, der Organisation „Reporter ohne Grenzen“ und der „Anti Defamation League“ kritisiert.

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