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Filmszene hat das Nachsehen

Bund beschließt Bau des "Museums der Moderne" in Berlin

Montag, 17 November 2014 19:27 geschrieben von  Susanne Hagel
Prof. Monika Grütters MdB, Staatsministerin für Kultur und Medien Prof. Monika Grütters MdB, Staatsministerin für Kultur und Medien Foto: Christof Rieken

Berlin - Der Bund hat rund 200 Millionen Euro für den Bau eines "Museums der Moderne" bewilligt. Bis 2021 soll nun zwischen der Neuen Nationalgalerie und der Philharmonie das Gebäude mit einer Ausstellungsfläche von 14.000 Quadratmeter entstehen.

Wie Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) verkündete, sollen dann in den neuen Räumlichkeiten unter anderem die Gemälde des Sammlers Erich Marx hängen. Weiterhin würden auch die privaten Sammlungen von Marzona und Pietzsch und Bilder aus der Nationalgalerie, die dort aus Platzgründen bisher nicht gezeigt werden können, ausgestellt werden. Gerade das Ehepaar Pietzsch hatte eine Schenkung ihrer Sammlung, die unter anderem hochklassige Werke von Magritte und Max Ernst umfasst, an das Land Berlin daran geknüpft, dass ihre Werke zukünftig angemessen präsentiert würden. Grütters sieht in der Bewilligung der Gelder durch den Bund einen "langersehnten Durchbruch nach vielen öffentlichen Diskussionen und schwierigen internen Verhandlungen".

Insgesamt hat der Bund überraschend die Ausgaben für Kultur um 118 Millionen Euro auf nunmehr 1,34 Milliarden Euro aufgestockt. Neben dem somit möglichen Neubau des "Museums der Moderne" für die Kunst des 20. Jahrhunderts erhält auch das Haus der Kulturen der Welt in Berlin rund sieben Millionen Euro für einen Erweiterungsbau. Das Bauhausarchiv Berlin erhält im kommenden Jahr drei Millionen Euro. Weitere 7,5 Millionen Euro erhält die Deutsche Welle. Das Goethe-Institut bekam 16,6 Millionen Euro bewilligt. Weitere Gelder fließen nach Nordrhein-Westfalen zur Finanzierung des Beethovenjubiläums und an das Pina-Bausch-Archiv.

Gesenkt wurde dafür der Bereich der Filmförderung: statt bisher 60 Millionen Euro sieht der Bund für 2015 nur 50 Millionen Euro vor. Grütters erklärte, sie habe mit Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) wenigstens eine dauerhafte Festschreibung des Programms vereinbaren können. Bisher wurden mit dem seit 2007 bestehenden Filmförderprogramm Kinofilmproduktionen in Deutschland unterstützt. Das Studio Babelsberg spricht angesichts der Kürzung dieses Lockmittels bereits von einer "drohenden Abwanderung großer Filmproduktionen". Schon allein aufgrund der Ankündigung der Kürzungen habe das Studio zwei US-Aufträge verloren.

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