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"Deutschlands Beste"

Das ZDF und die Manipulation

Freitag, 25 Juli 2014 09:24 geschrieben von  Susanne Hagel
Das ZDF und die Manipulation Quelle: ZDF

Mainz - Groß war der Aufschrei in den Nachrichten des ZDF als herauskam, dass der ADAC die Publikumswahl zum „Lieblingsauto der Deutschen“ in der Rangfolge manipuliert und die niedrigen Teilnehmerzahlen nach oben korrigiert hatte.

Dann kam heraus, dass der ZDF selbst ebenso manipulativ vorging beim Erstellen der Rangliste für seine Sendung "Deutschlands Beste". Eingeladene Gäste wurden höher platziert, ebenso Politiker, vornehmlich aus der SPD, während CDU-Politiker, konkurrierende Moderatoren und aus ZDF-Sicht unliebsamere Personen abgestuft wurden. In Folge dessen trat der verantwortliche Unterhaltungschef Oliver Fuchs zurück und die zuständige Redaktion wird aufgelöst. Wem keine Mitschuld am Manipulieren der Ergebnisse gegeben werden kann, übt sich derweil in offener Empörung und wäscht seine Hände in Unschuld. Vor allen Claus Kleber wird nicht müde, den Skandal anzuprangern. Man kommt nicht umhin an das Sprichwort "Betroffene Hunde bellen" zu denken. 
Dabei ist das Verfälschen von Ergebnissen im ZDF offenbar kein neues Phänomen. Wie jetzt bekannt wurde, waren bereits 2007 ebenfalls bei der Show "Deutschlands Beste" die "Böhsen Onkelz" nur auf Platz 25 präsentiert wurden, obwohl die Zuschauer sie auf Platz 1 gewählt hatten. Weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Eine Band, die in den 80er Jahren wegen rechtsradikaler und gewaltverherrlichender Anklänge in der Kritik stand, auf dem ersten Platz in einer ZDF-Sendung? Undenkbar, scheinen sich die Macher gedacht zu haben und schönten flugs die Abstimmungen.

Wenn jedoch in einer unbedeutenden Unterhaltungssendung bereits derart gefälscht wird, muss man sich als Zuschauer zurecht die Frage stellen, wie es bei politischen Sendungen und den Nachrichten aussehen mag. Gerade der "heute Journal"-Moderator Claus Kleber, jener, der nicht müde wird, sich über die Manipulation beim ZDF zu echauffieren, wird oft für seine politisch eingefärbten Moderationen und Interviews kritisiert. Stets überlegen und sicher mimt er den Welterklärer und lässt beim kritischen Zuschauer keinen Platz für die Frage, wer gut und wer böse im politischen Spiel um die Macht.

Einen Konflikt zu den Programmrichtlinien des ZDF scheint er (und viele seiner Kollegen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen allgemein) nicht zu sehen, obwohl diese ihn ganz klar zur neutralen Berichterstattung verpflichten. Dort heißt es: "Angebote sollen dem Einzelnen die eigene Urteilsbildung ermöglichen ... das Gewissen schärfen, eine freie individuelle und öffentliche Meinungsbildung fördern, Hintergründe und Zusammenhänge erhellen und Orientierungshilfen ..., Einordnung und Gewichtung der Informationen geben".

Dabei hatte das ZDF erst jüngst in seiner ZDFneo-Dokumentation "Der Rassist in uns" gezeigt, wie Manipulation funktioniert: souveränes Auftreten des "Chefs", Lob für aus seiner Sicht fördernswertes und der stetige Hinweis auf die fehlende Intelligenz des Gegners, verbunden mit der subtilen Botschaft: wer anders denkt, ist einfach nicht intelligent genug.

Das brisante daran: den ADAC kann man kündigen, wenn man unzufrieden mit ihm ist. Bei GEZ- (und somit zwangs-) finanzierten Sendern gibt es keine Handhabe des Zuschauers, wenn er sein Geld sinnvoller verwenden möchte. Da bleibt nur das Abschalten des Fernsehers.

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