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Rotherham – nur die Spitze des Eisbergs?

Der Skandal um 1400 vergewaltigte Kinder wirft unangenehme Fragen auf

Freitag, 29 August 2014 18:57 geschrieben von  Jens Hastreiter
Rotherham Rotherham Quelle: rotherham-images.co.uk

London - Der Skandal, der in diesen Tagen Großbritannien in Atem hält, ist kein Aushängeschild für die Segnungen der „multikulturellen“ Gesellschaft, sondern hat eher das Zeug zum abschreckenden Beispiel.

Der Fall: Im mittelenglischen Rotherham sollen pakistanische Zuwanderer über Jahre hinweg weiße Mädchen systematisch vergewaltigt und zur Prostitution gezwungen haben. Aus Gründen der politischen Korrektheit seien sie dabei von britischen Behörden und der Polizei gedeckt worden, lautet der schwerwiegende Vorwurf eines nun veröffentlichten Untersuchungsberichtes. Demnach seien zwischen 1997 und 2013 mindestens 1.400 mehrheitlich weiße Mädchen und Jungen von den Pakistanern mißbraucht worden.

Die ehemalige Sozialarbeiterin Alexis Jay, die von der Stadt mit der Untersuchung beauftragt wurde, zeigte sich im Abschlußbericht über das Ausmaß und die Brutalität der Verbrechen schockiert. Sie nennt Fälle, bei denen Kinder mit Waffen bedroht und gezwungen worden seien, Vergewaltigungen mitanzusehen. Die Täter hätten ihre Opfer mit Benzin übergossen und ihnen gedroht, sie bei lebendigem Leibe anzuzünden. „Mädchen, kaum älter als elf Jahre, wurden von einer riesigen Zahl männlicher Täter vergewaltigt.“ Die Pakistaner sollen ihre durch Gewalt und Drogen gefügig gemachten Opfer auch in andere englische Städte verschleppt haben.

Laut Jay wurde das Problem von der Polizei in South Yorkshire nicht ernst genommen; die Ermittler hätten viele der minderjährigen Opfer mit Geringschätzung betrachtet. Auch die Jugendschutzbehörden seien nicht eingeschritten.

Schwere Vorwürfe machte Jay den verantwortlichen Behörden. Warnungen von Jugendarbeitern seien seit vielen Jahren von Politikern verharmlost oder heruntergespielt worden. Drei Untersuchungsberichte aus den Jahren 2002, 2003 und 2006, die das Ausmaß des systematischen Mißbrauchs aufzeigten, seien ignoriert worden. „Einige Mitarbeiter beschrieben die Nervosität wegen des ethnischen Hintergrundes der Täter. Man hatte Angst, als Rassist bezeichnet zu werden. Andere berichteten von klaren Anweisungen.“

Auch die Polizei wird scharf kritisiert. So seien Fälle dokumentiert, wo Polizeibeamte Vergewaltigungsopfer wegen Ruhestörung oder Trunkenheit verhafteten, die eigentlichen Täter aber unbehelligt ließen. In zwei Fällen sei die Polizei sogar gegen Väter vorgegangen, die versucht hatten, ihre verschleppten Töchter aus Wohnungen zu befreien. Statt ihnen zu helfen, seien die Männer von den hinzugerufenen Polizisten festgenommen worden.

Als Reaktion auf die Veröffentlichung des Jay-Berichts trat der Vorsitzende des Stadtrats in Rotherham, Roger Stone, mit sofortiger Wirkung von seinem Amt zurück. Er übernehme damit die Verantwortung für das Versagen der Behörden, das er laut BBC als „historisch“ bezeichnete.

Die britische Öffentlichkeit fragt sich nun, was nach Rotherham noch alles zutage treten wird. Zumal es nicht das erste Mal ist, daß Einwanderer asiatischer Herkunft bandenmäßig Kinder mißbraucht und gefoltert haben – und in allen Fällen versagten Polizei wie Behörden.

Letzte Änderung am Freitag, 29 August 2014 19:28
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