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Aus Gründen der Gleichstellung und der Sicherheit

Dortmunder SPD und Grüne fordern Ampelfrauen

Mittwoch, 19 November 2014 07:41 geschrieben von  Susanne Hagel
Dortmunder SPD und Grüne fordern Ampelfrauen Quelle: Derfflinger.de

Dortmund - An Dortmunds Ampeln soll endlich die Gleichberechtigung Einzug halten, finden Politiker der SPD und der Grünen. Sie fordern die Umstellung des Ampelmännchens zur Ampelfrau.

"Durch die Gleichstellung von Mann und Frau ist die teilweise Umrüstung folgerichtig", heißt es im "Antrag zur Realisierung von Ampelfrauen", den beide Fraktionen gemeinsam stellten. Demnach sollen zukünftig im Bezirk Innenstadt-West, bei Neuinstallation oder Reparatur einer bisher "männlichen" Ampel die "weibliche" Schablone eingesetzt werden - Bis fünfzig Prozent der Ampeln im Stadtteil Innenstadt-West emanzipiert sind.

Derzeit prüft die Stadtverwaltung, ob die Idee umsetzbar ist und welche Kosten sie verursachen würde - immerhin ist Dortmund mit rund zwei Milliarden Euro verschuldet. Außerdem wolle man prüfen, ob es moderne Alternativen zum bekannten (männlichen) DDR-Motiv gibt.

Seit nun mehr zehn Jahren gibt es die weibliche Version des Ampelmännchens. Nachdem zuerst Zwickau einige Ampeln weiblich beleuchten ließ, folgten Dresden, Magdeburg und Fürstenwalde nach.  Mittlerweile hat der Trend auch Bremen, Köln und Kassel erreicht. Überall findet man vereinzelt ein paar Frauen - mit einer Quote von fünfzig Prozent wäre Dortmund also Spitzenreiter der emanzipierten Ampeln im Land.

Bei der Suche nach moderneren Motiven werde der Rock jedoch bleiben müssen. Zwar will eine Frau mit Zopf und Rock nicht so richtig ins emanzipierte Weltbild passen, doch an den Rock wird man der wegweisenden Dame wohl nicht gehen: neben den Gründen der Gleichberechtigung führten die Befürworter der Ampelfrauen an, ihr Rock erhöhe die Sicherheit. Dieser biete mehr Leuchtfläche und mache das Symbol somit auffälliger.

Die geplante Einführung von Ampelfrauen wird heutzutage leider immer mit Argumenten der Gleichberechtigung und somit dem indirekten Vorwurf der Diskriminierung gekoppelt, was der eigentlich netten Idee jegliche Freude beim Entdecken einer Ampelfrau nimmt. Dass das auch anders geht, zeigt die Stadt Erfurt, heimliche Hauptstadt der Ampelmännchen. Hier entdeckten in den Achtziger Jahren Mitarbeiter der Stadt, dass die Form der Ampelmännchen lediglich durch eine Alufolie bestimmt wird - und setzten prompt die Schere an. Neben dem damals üblichen DDR-Ampelmännchen mit Hut bekamen einige einen Spazierstock, ein Eis, eine Bäckermütze oder einen Wanderrucksack. 14 verschiedene Ampelmännchen finden sich in der Thüringer Landeshauptstadt - darunter auch eine feine Dame mit Hut und Handtasche.

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