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Fürstengalerie in München

Eine Auktion mit hochherrschaftlicher Beteiligung

Freitag, 19 September 2014 16:45 geschrieben von  Rüdiger Dietrich
Screenshot Screenshot Quelle: neumeister.com

München - Im "Neumeister Münchener Kunstauktionshaus" wird am 24. September eine Versteigerung stattfinden, der ein gewisser monarchistischer Flair nicht abgesprochen werden kann, hat sich doch was die Portraitmalerei anbelangt dort generationenübergreifend hochadlige Prominenz versammelt. Die Häuser Wittelsbach und Habsburg geben sich dort in einem Stelldichein alter Kunst die Ehre. Die überwiegend auf Gemälden vom 17. bis ins 20. Jahrhundert dargestellten hochwohlgeborenen Persönlichkeiten entstammen aus Nachlässen besagter weitverzweigter Adelsgeschlechter.

Mit darunter finden sich einige herausragende Rokokogemälde des in Schweden geborenen Georges Desmarées, dessen schwungvoller Pinselstrich gelobt wird. Aber auch die zu Segenszeiten des bayerischen Kronprinzen angesehene Künstlergröße, der Portraitmalerei Franz von Lenbach befindet sich unter dem wohlausgewählten Sortiment. Von ihm wurden auf monochromer Holztafel die sechs Kinder des letzten bayerischen Königs Ludwig III. für die Nachwelt festgehalten. Sie wurden mit ernstem Blick wiedergegeben, ganz so, als ahnten sie bereits im Entstehungsjahr 1878 das vier Jahrzehnte später nahende Ende der Monarchie. Die KuK-Monarchie ist gleich mehrmals mit Abbildungen des Langzeitkaisers Franz Josef I. vertreten. Die kunstsinnige Damenwelt dürfte aber vermutlich größeres Interesse an seiner Gemahlin Elisabeth alias „Sisi“ finden, die in einem Ganzfigurenportrait des ungarischstämmigen Meisters Josef Arpád Koppay zum Gebot steht. Besagtes Gemälde zeigt die bekannte österreichische Kaiserin in schwarzer Robe mit deutscher Dogge auf den Stufen des Achilleons, einem ihrer Lieblingsplätze auf der griechischen Insel Korfu. Zwei Pastell-Pendants von Georg Decker sowie zwei Reiterbildnisse des als Schlachtenmalers bekannten Franz Adam zeigen das Kaiserpaar gemeinsam.

Eine Generation später wurde 1889 von Tadeusz Ajdukiewicsz , dessen zur Versteigerung gegebenes Werk den Kronprinzen Rudolf in dessen tragischem Todesjahr in Feldmarschallsuniform darstellt, abgebildet. Während sich die meisten Taxierungen im Bereich von grob 10.000,- bis 20.000,- Euro bewegen, ist die lebensgroße Darstellung Rudolfs Schwester, der Erzherzogin Marie Valerie des Wiener Malerfürsten Hans Makart mit bis zu 50.000,- Euro die teuerste Offerte der Auktion, die sich jedoch nicht ausschließlich mit Portraitgemälden befaßt. Es stehen auch andere Themen aus den hochherrschaftlichen Sammlungen zu Gebot, wie beispielsweise das einen sommerlichen Blick ins Etsch-Tal mit dem Schloß Tirol bei Meran zeigende Werk Wilhelm Scheuchzers oder Werke beliebter Genremaler des 19. Jahrhunderts, wie Felix Schlesinger oder Ernst Karl Georg Zimmermann. Die „Mondlandschaft“ als eine berühmte Arbeit aus dem Frühwerk Carl Spitzwegs gilt als Toplos. Aber auch die Motive aus der bäuerlichen Tierwelt und diverse Naturschilderungen weniger bekannter Künstler dürften ihre Liebhaber finden. Neben den Zeichnungen und Gemälden gelangt auch pretioses Kunsthandwerk unter den Hammer. Die Möglichkeit zu einer Vorbesichtigung besteht vom 18. bis zum 22. September täglich von 9 bis 17:30 Uhr bzw. samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr. Die ganztägig Auktion selbst beginnt am 24. September um 9.30 Uhr.

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