www.derfflinger.de

Freigegeben in Boulevard

Bestsellerautor Wisnewski fordert Ursachenforschung

Geplanter „Clash of Civilizations“?

Samstag, 17 Januar 2015 18:00 geschrieben von  Johann W. Petersen
Bestsellerautor Gerhard Wisnewski Bestsellerautor Gerhard Wisnewski Quelle: DVD "9/11 und Phantomterrorismus"

Magdeburg - Kurz bevor in Paris die Redaktion des Satiremagazins „Charlie Hebdo“ überfallen wurde, gab der bekannte Bestsellerautor und Terrorexperte Gerhard Wisnewski dem staatlichen iranischen Sender IRIB ein Telefoninterview, in dem er sich auch zu islamkritischen Bestrebungen äußerte – ein erstaunlicher Zufall. Der „Kopp Verlag“ hat nun den Wortlaut dieses Interviews veröffentlicht. Wisnewskis Aussagen sind vor dem Hintergrund des Terrors in Paris besonders interessant.

Der Autor von Büchern wie „Das RAF-Phantom“ und „Mythos 9/11: Der Wahrheit auf der Spur“ geht davon aus, dass der Konflikt zwischen dem Westen und der islamischen Welt von einflussreichen neokonservativen Strategen in Washington gezielt geschürt werde. Diese bräuchten „einfach einen Feind, und daher hat man statt des Ost-West-Konflikts Anfang der 90er Jahre den so genannten ‚Krieg der Kulturen‘ geplant.“

Zurück gehe dies auf Überlegungen, die Samuel Huntington in seinem 1996 erschienen Buch „Clash of Civilizations“ anstellte, jedoch schon drei Jahre zuvor in der Zeitschrift „Foreign Affairs“ dargelegt habe. „Dieser Huntington war nicht nur ein, oder überhaupt nicht ein Prophet, sondern eigentlich ein Planer, ein strategischer Planer, ein politischer Planer und ein Kriegsplaner. Man findet ihn zum Beispiel als Koordinator des Weißen Hauses für Sicherheitsplanung in der Regierung Carter, also er ist ein klarer Planer gewesen und nicht irgendein Politikwissenschaftler. Das, was jetzt aufblüht bei Ihnen, im Nahen Osten, weltweit, aber sogar auch bei uns in Deutschland mit diesen ganzen Anti-Islam-Protesten, das was hier aufblüht ist die Saat, die Herr Huntington schon vor 20 Jahren gesät hat“, so Wisnewski gegenüber IRIB.

Krieg sei „das Lebenselixier für die globalen Eliten“ und die US-Rüstungsindustrie. Zudem verfolgten die Herrschenden eine Art „Strategie der Spannung“. „Spannungen nach außen, Spannungen mit außenpolitischen Feinden, sind nötig, um die Bevölkerung zu kontrollieren, indem man der Bevölkerung klar macht, dass sie die politischen Eliten benötigt, sonst würde sie wehrlos den Feinden ausgeliefert sein.“ Ein weiteres Motiv sei Expansion. „Auf westlicher Seite geht es jedenfalls um die Ausweitung der angloamerikanischen Weltherrschaft, und dieser Krieg wird nach Meinung dieser Leute erst zu Ende sein, wenn diese Weltherrschaft vollendet ist“, meint Wisnewski.

Der Buchautor weiter: „Huntington hat sozusagen nur das Programm aufgestellt oder die Pseudotheorie geliefert und das wissenschaftlich verbrämt – diesen kommenden so genannten Krieg oder Clash der Zivilisationen. Besorgt wird das Geschäft ja von Praktikern, von Technikern wie beispielsweise in den Geheimdiensten, wo also Bombenanschläge fabriziert werden der einen gegen die andere Seite und so der Hass zwischen den einzelnen Kulturen geschürt wird. Wir kennen ja diese Anschläge mit ungewissem Hintergrund, mit fragwürdigen Bekennerbriefen, die auf niemanden letztlich zurückführen. Da geht ganz viel auf das Konto der westlichen Geheimdienste, und das sind natürlich sozusagen die Handwerker oder Praktiker, die das dann in die Tat umsetzen und die so viel Hass schüren wollen, bis sozusagen irgendwann der Motor von selber läuft und der Krieg der Kulturen anspringt und von selber in Gang bleibt.“

Statt den Islam in Kollektivhaftung zu nehmen oder seinen Unmut gegen Ausländer zu richten, solle man lieber Ursachenforschung betreiben. „Wir haben ja hier jetzt in Deutschland – von vielen wird das jedenfalls so wahrgenommen – eine so genannte Migrationskrise. Das heißt, eine Krise, die ausgelöst wird durch ganz viele Migranten, also Einwanderer, Asylsuchende und ähnliche, die nach Deutschland kommen, und das Wichtigste ist wirklich, nach dem Verursacherprinzip vorzugehen: Nicht auf diese einzelnen Menschen loszugehen oder sie zu kritisieren, sondern wirklich zu fragen: Wer hat denn diese Migrationskrise überhaupt ausgelöst, wer schickt diese Leute auf die Reise, wer redet ihnen ein, dass es hier das Paradies auf Erden gibt, wer bringt sie nach Deutschland und übrigens auch in viele andere europäische Länder“, so Wisnewski.

Letzte Änderung am Samstag, 17 Januar 2015 18:12
Artikel bewerten
(9 Stimmen)