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Moderne Technik, modernes Menschenbild?

Geschlechterfreiheit bei Facebook

Donnerstag, 04 September 2014 15:54 geschrieben von  Susanne Hagel
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Regensburg - Endlich haben wir eine echte Wahl: Facebook führt die neuen Geschlechteroptionen ein. Nun kann Mensch mit Hilfe von sechzig verschiedenen Optionen, 58 jenseits der Mann/Frau-Einstellung, auch sexuell den individuell passenden Selbstausdruck zelebrieren. Und wir sind sogar noch freier als die Amerikaner. Übertreffen wir sie doch um zwei Auswahlmöglichkeiten und toppen deren 58 Optionen.

Damit haben wir mehr Auswahl bei der Benennung unseres Geschlechts als auf einer Speisekarte eines chinesischen Restaurants und dürfen uns frei fühlen zwischen männlich, weiblich, hetero, homo, mehrgeschlechtlich und allerlei anderen Konstrukten zu wählen, um damit unser geschätztes Umfeld im sozialen Netzwerk zu erfreuen und gleich auf den ersten Blick klarzustellen, wo wir stehen. Doch wer jetzt Angst bekommt und sich in der Zwickmühle sieht, sich und seine sexuelle Orientierung zwar einem Teil seiner Freunde offenbaren zu wollen, aber leider auch Chef, Mutti und Schwägerin auf seinem Profil im Freundesnetz hat, die das dann doch nichts angeht, der sei beruhigt: man könne die Optionen auch nur bestimmten Gruppen zugänglich machen, anderen hingegen verbergen.

Ausgewählt wurden die Optionen in enger Zusammenarbeit mit hiesigen Schwulen-, Lesben- und Genderverbänden, ließ facebook vermelden. Um wirklich möglichst alles abdecken zu können, was Geschlechtsexperten sich wünschen könnten und eine möglichst große Freiheit der Nutzer zu gewähren, sei dies mit größter Sorgfalt erfolgt. Natürlich sei man aber auch weiterhin offen für weitere Vorschläge - zusätzlich zu den neuen, diversen Abstufungen. Facebook unterstütze die Gendertheorie, die biologische Geschlechter als sozial geprägte Gender ablehnt und wolle mithelfen, die gesellschaftlichen, sprachlichen und politischen Zwänge zu beseitigen, die Menschen dazu bringt, sich entweder als Mann oder als Frau zu definieren. Vielmehr könne man sich nun seine eigene Patchworkgeschlechtsidentität zusammenbauen.

Ab heute muss niemand mehr leiden oder sich in seinem Selbstausdruck beschnitten fühlen, wenn er bei Facebook sein Geschlecht angeben will. Und auch langweilige Herbstabende sind gerettet, denn es dürfte einige Stunden in Anspruch nehmen für einen, sich bisher langweilig als Frau oder Mann typisierten Nutzer um tatsächlich alle 60 Begriffe zu erschließen, die uns die neueste Welle des Genderwahnsinns einbringt.

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