www.derfflinger.de

Freigegeben in Boulevard

Kunsthöhepunkt in Hamburg:

Große Vielfalt beim Auktionshaus Stahl!

Dienstag, 23 September 2014 18:11 geschrieben von  Rüdiger Dietrich
Screenshot Screenshot

Hamburg - Am 26. und 27. September werden im Hamburger Auktionshaus Stahl über tausend Kunstwerke zum Aufruf kommen, die von Porzellan, asiatischer Miniaturmalerei, Skulpturen, Gemälde Alter und Neuer Meister oder auch italienische Tier- und Stillebenmalerei u.a. reichen werden. Darunter befinden sich wiederentdeckte Besonderheiten ebenso wie günstige Zugriffsmöglichkeiten. Der Ansatz von nur 15.000,- € für beispielsweise eine seltene Gandhara-Skulptur darf als ungewöhnlich niedrig bezeichnet werden. Die aus dem 3./4. Jahrhundert stammende aus grauem Schiefer gearbeitete Skulptur zeigt eine überaus fein gearbeitete Büste von naturalistischer Genauigkeit des fastenden Siddharta bevor er die Erleuchtung erlangt und zum historischen Buddha Shakyamuni wird. Und bei dem 1775 geschaffenen „Unwetter im Hafen von Livorno“, das die Zarin Maria Feodorowna in Auftrag gab, um damit ihr Schloss Pavlovsk bei St. Petersburg zu schmücken, handelt es sich um ein wiederentdecktes Werk des des klassizistischen Landschaftsmalers Jakob Philipp Hackert.

Eine weitere Besonderheit der Auktion stellt der dunkel gehaltene „Herbstabend in Worpswede“ von Fritz Mackensen dar. Das Gemälde zeigt exemplarisch das Bestreben des um die Wende zum 20. Jahrhundert bedeutsamsten deutschen Landschaftsmalers, die Harmonie des Menschen in und mit der Natur darzustellen. Mit einem Limitpreis von 19.000,- € rangiert es zwar unter den höchsten Ansätzen, doch bietet dieses 1898 entstandene Hauptwerk eine der ganz seltenen Gelegenheiten, eines der frühen Großformate Mackensens zu erwerben. Ebenfalls 19.000,- € werden für die in einer stürmischen Landschaft porträtierte „Worpsweder Hütte II“ von Fritz Overbeck erwartet. Mit 20.000,- € werden diese übertroffen von der etwa 1620 entstandenen „Die Taufe des äthiopischen Kämmerers“ von Esaias van de Velde, der als Wegbereiter des Landschaftsgenres der niederländischen Malerei gilt. Dieser virtuose und einfallsreiche Maler glänzt mit seinen durch Realismus, Kolorit und Lebhaftigkeit bestechenden Figuren. Aber auch bedeutende italienische Landschaftsmaler des Klassizismus, wie beispielsweise Giuseppe Baccigaluppo werden auf der Auktion angeboten.

Aus dem reichhaltigen Angebot sind neben den Gemälden auch ein Paar „Augustus-Rex“-Vasen um 1730 unter den Angeboten, die dem einstigen Besitz Augustus des Starken zugeschrieben werden. Sie bestechen durch ihre prunkvollen vergoldeten Bronzemontierungen und floralen Handhaben mit beidseitig goldgerahmten Reserven auf helltürkisem Fond auf ihrem leicht gewölbtem Corpus. Auf den Vasen werden in lupenfeiner Malerei Gefechte nach Gemälden von Georg Philipp Rugendas abgebildet. Die „Augustus-Rex-Marke“ fand bereits seit frühester Zeit Verwendung und bezeichnete auch noch nach dem Tod August des Starken - dem ersten Mäzen der europäischen Porzellankunst - jene Porzellane, die exklusiv für den königlichen Gebrauch reserviert waren.

Sogar Fotografien, wie ein Silbergelatineabzug mit einem ästhetisch dargestelltem afrikanischen Frauenbildnis des renommierten US-Fotokünstlers Peter Beard werden  in Höhe der berühmten Neuen Meister gehandelt. Die Auktion am 26.09. bezieht sich auf die asiatische Kunst, während der 27.09. der übrigen Kunst und den Antiquitäten vorbehalten ist.

Artikel bewerten
(9 Stimmen)