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Kunstmarkt

Heimat als künstlerisches Motiv im Kunstforum Ostdeutsche Galerie

Mittwoch, 16 Juli 2014 14:18 geschrieben von  Gerhard Keil
Serie »»Země Česká domov můj« (»Böhmen ist mein Heimatland«) Serie »»Země Česká domov můj« (»Böhmen ist mein Heimatland«) © Tomáš Pospěch / Quelle: kunstforum.net

Regensburg - Noch bis zum 07. September 2014 ist im Kunstforum Ostdeutsche Galerie in Regensburg die aktuelle Sonderausstellung „Heimat? Osteuropa in der zeitgenössischen Fotografie“ zu besuchen. Im Zeitraum vom 05. bis 08. August findet sogar ein museumspädagogischer Sommerferien-Workshop für die Altersgruppe zwischen 10 und 16 Jahren unter dem Arbeitstitel „Weiß-Blaue Heimat“ statt. Gerade innerhalb eines Prozesses der Globalisierung, die vielfach eine ökonomische Dominanz ausstrahlt, darf die Kunst im Sinne der Verkörperung eines immateriellen Wertes durchaus einmal einen bewußten Blick auf die mehr emotional konnotierte Topographie und Verwurzelung richten. Die Tatsache, daß hier mit der Ausstellung eine Replik auf aus deutscher Sicht ein Stück alte Heimat und mit dem Workshop auf die gegenwärtige Heimat vorgenommen, und zudem auf ein Mehrgenerationenpublikum abgezielt wird, dürfte einen sehr ganzheitlichen Ansatz mit der Befassung des Themas ermöglichen.

Der Stiftungsauftrag der Ostdeutschen Galerie sich bezieht sich einerseits auf Kunst, Kultur und künstlerisches Erbe der deutschen Volksgruppen im Vorkriegsosteuropa sowie auch auf die Auseinandersetzung mit der in diesen Gebieten entstehenden zeitgenössischen Kunst. Die laufende Sonderausstellung, zu der Werkgruppen von 13 Künstlern aus Deutschland, Tschechien, Bulgarien, Rumänien und Rußland ausgestellt werden, hat es sich zur Aufgabe gestellt, sowohl einem Erinnerungsauftrag gerecht zu werden, als auch zum Dialog über diesbezügliche Fragestellungen der Gegenwart beizutragen. Die künstlerische Bewertung des Betrachters der Werke  sollte demgemäß im Rahmen eines politischen, gesellschaftlichen und historischen Kontext erfolgen.

Dem Kunstforum selbst war zu dieser Ausstellung unter anderem nachfolgender Hinweis zu entnehmen: „Die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Transformationsprozesse nach dem Zerfall des Ostblocks machen dort die Frage nach identitätsstiftenden Bezugspunkten besonders bedeutsam...Einen Schwerpunkt bilden Arbeiten, die sich in einer historischen Perspektive mit der Erfahrung des Heimatverlustes durch die Grenzverschiebungen in Osteuropa infolge des Zweiten Weltkriegs auseinandersetzen. Ein anderer Akzent liegt auf Positionen, in denen der Frage nachgegangen wird, was »Heimat« heute sein kann.“

Am Sonntag, den 20. Juli, Beginn 15.00 Uhr besteht die Möglichkeit, für nur 2,- € Aufschlag zum Museumseintritt diese Sonderausstellung unter der sachkundigen Führung der Kunsthistorikerin Martina Höhme M.A. zu genießen. Insbesondere das Medium Fotografie mag in seinem Wesen der Konservierung von Zeit und eines Brückenschlags zwischen den Zeiten dazu anregen, über einen unvergänglichen Wert der Heimat zu reflektieren und die Kunst damit umzugehen zu erkennen.

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