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Kritik an Aiman Mazyek

Keine Einigkeit unter Muslimen in Deutschland

Freitag, 13 März 2015 11:18 geschrieben von 
Aiman Mazyek Aiman Mazyek Quelle: de.wikipedia.org | Foto: Jakub Szypulka | CC BY-SA 3.0

Berlin - Den Muslimen in Deutschland fällt es immer schwerer, mit einer Stimme zu sprechen. Die vielen öffentlichen Auftritte des Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek verärgern die Funktionäre der anderen islamischen Gemeinschaften und Verbände in Deutschland. Mazyek selbst hält sein häufiges Erscheinen in der Öffentlichkeit für einen Vorteil für den ganzen Islam in Deutschland, da die Religionsgemeinschaft somit endlich als Gesprächspartner auf allerhöchster Ebene akzeptiert werde.

So stand Mazyek im Januar in Berlin bei der Mahnwache für die Opfer des islamistischen Anschlags in Paris in der vordersten Reihe neben der Bundeskanzlerin und dem Bundespräsidenten. Und nun reiste er mit Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) und zahlreichen Managern nach Saudi-Arabien. So viel Einfluss ist den anderen Muslimen nicht geheuer.

Der türkische Moscheenverband Ditib ist nicht der Ansicht, dass Mazyek für alle Muslime sprechen sollte. Der Verband wirft dem Zentralrat der Muslime „Vertrauensbruch“ vor, weil Mazyek zu viele Alleingänge unternimmt. Der Zentralrat hält entgegen, dass es falsch sei, „Probleme aufzubauschen und in die Öffentlichkeit zu tragen“. Der Zentralrat fordert von Ditib mehr Behutsamkeit, da dies „zu einer vorbildlichen islamischen Verhaltensweise“ gehöre.

Auf den ersten Blick ist das Problem nicht so klar erkennbar. Denn eigentlich hatten sich der Zentralrat der Muslime, Ditib, der Verband Islamischer Kulturzentren (VIKZ) und der Islamrat Deutschland im Koordinierungsrat der Muslime (KRM) zusammengefunden, um die gemeinsame Arbeit zu bündeln. Problematisch scheint aber nun zu sein, dass mit Mazyek ausgerechnet der Vorsitzende des kleinsten Verbands die große Öffentlichkeit genießt. Der Zentralrat, dem Mazyek vorsteht, hat nur etwa 300 Moscheevereine.

Ditib-Generalsekretär Bekir Alboga warf Mazyek nun Respektlosigkeit vor, da dieser sich nicht abstimme und den Koordinierungsrat brüskiere. Der Vorsitzende des VIKZ, Erol Pürlu sprach derweil von „vertrauensbildenden Maßnahmen“, die derzeit umgesetzt werden. In den kommenden Wochen solle eine spezielle Arbeitsgruppe zusammen kommen und über eine neue Geschäftsordnung beraten.

Auch scheint Mazyek in Ungnade bei vielen seiner islamischen Glaubensgenossen gefallen zu sein, weil er sich öffentlich gegen die Finanzierung von Moscheevereinen aus dem Ausland ausgesprochen hatte. Damit gefährdet er die Existenzgrundlage besonders von Ditib, da dieser am finanziellen Tropf der Türkei hängt.

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