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Matteo di Giovanni und Pablo Picasso

Kunstbiennale „Internazionale di Antiquariatio“ in Rom

Mittwoch, 01 Oktober 2014 21:16 geschrieben von  Rüdiger Dietrich

Magdeburg - Rom ist für sich allein genommen schon eine Präsentation alter Kunst, doch ein Kunstmekka der ganz besonderen „Art“ wird die Hauptstadt Italiens zur Biennale „Internazionale di Antiquariatio“, die ab dem heutigen 01. Oktober bis zum 06. des Monats stattfindet. Auch wenn manche Stimmen die Biennale für die Alte Kunst in Rom als antiquierte Veranstaltung schmälern, weil vielleicht im Gegensatz zu früher weniger internationale Kunsthändler daran teilnehmen, wird dennoch der Palazzo Venezia wieder ein Stelldichein der politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Elite, eingerahmt von Künstlern, Händlern und Liebhabern werden. Dafür dürften neben den besonderen Ausstellungsgegenständen allein schon das Renommee der Stadt im Allgemeinen und die Atmosphäre der Lokalität im Stile der Frührenaissance im Speziellen Sorge tragen. Im Gegensatz zu früheren Ausstellungen werden in diesem Jahr mit High-Tech-Methoden, wie speziellen Apps, die Werke alter Kunst zeitgemäß in die Öffentlichkeit transportiert.

So kündeten die Veranstalter in ihrer letzten Pressemitteilung vielversprechend an, daß dieses eine geradezu revolutionäre Biennale sein werde, die eine neue Seite aufschlage, wie alte Kunst organisiert, dargestellt und aufgewertet werden müsse. Dergestalt und in Betracht, daß inzwischen auch moderne, zeitgenössische Kunst mit im Programm enthalten sind, wird der Eindruck vermittelt, einen epochenübergreifenden Kulturgenuß erwarten zu dürfen. 42 Galerien stellen ihre Schätze nicht allein im musealen Stil zur Schau, sondern bieten auch zum Verkauf an. Darunter internationale Kunsthändler wie beispielsweise Grippaldi oder Adam Williams Fine Art. Mit Blick auf das internationale Kaufinteresse ist auf eine Besonderheit des italienischen Rechts hinzuweisen, die für Kulturgüter von nationaler Bedeutung teils strenge Ausfuhrverbote kennt. Dies mag zwar aus Sicht privater Verkäufer eine womöglich schälernde Wirkung auf evtl. Höchstpreise zur Folge haben, dürfte jedoch für das Land als solches einen Anreiz für Kunsttouristen darstellen, die originär italienische Kulturgüter dadurch in Italien zu finden wissen.

Als Beispiel für ein derart als nationales Kulturgut eingestuftes Werk stellt das Tempera-Gemälde „Madonna mit Kind und den Heiligen Johannes der Täufer und Hieronymus“ von Matteo di Giovanni aus dem 15. Jahrhundert dar, das für sein Alter einen ausnehmend guten Zustand aufweist. Trotz des Schwerpunktes auf Alte Kunst zählt das teuerste Angebot für 1,4 Mio. € zur Moderne. Es handelt sich um Pablo Picassos „Hibon sur une chaise“ aus dem Jahr 1947. Die mehr als 1000 Gemälde und Kunstgegenstände reichen von großen Landschaftsmalern über Toskanische Meister des 15. und 16. Jahrhunderts bis hin zu griechisch-römischen Skulpturen, wie dem einst im Medici-Besitze von Lorenzo Il Magnifico befindlichen Venus-Torsos von beeindruckender Schönheit. Die Ausstellung ist täglich von 11.00 bis 20.00 Uhr geöffnet.

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