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Kunstsammlung

Kunstmuseum Bern tritt Gurlitt-Erbe an

Montag, 24 November 2014 16:55 geschrieben von  Susanne Hagel
Kunstmuseum Bern tritt Gurlitt-Erbe an Screenshot: kunstmuseumbern.ch

Bern - Das Kunstmuseum Bern wird heute seine Entscheidung zum Erbe der Kunstsammlung von Cornelius Gurlitt bekanntgeben. Laut Medienberichten wird das Schweizer Museum das Erbe antreten.

Fast ein halbes Jahr Bedenkzeit hatte das Schweizer Kunstmuseum Bern um darüber zu entscheiden, ob es das umstrittene Erbe des verstorbenen Kunstsammlers Cornelius Gurlitt annimmt. Zur Bekanntgabe der Entscheidung erwarte man den Stiftungsratspräsidenten des Museums in Berlin, hieß es. Unter Beisein von Vertretern der Bundesregierung und dem Freistaat Bayern sollen dann die Vereinbarungen verkündet werden.

Somit wird das Museum Bern Alleinerbe über die Kunstsammlung, die rund 1.600 Werke umfasst, außerdem über Immobilien und Bargeld des Verstorbenen. Rund vierhundert der Werke verbleiben jedoch vorerst in Deutschland, weil bei Ihnen der dringende Verdacht besteht, sie seien NS-Raubkunst. Die Vereinbarung zwischen Bern, Berlin und München sieht vor, dass alle Bilder, die verdächtig sind, in der Taskforce verbleiben, die extra zum Zwecke der Provenienzforschung eingerichtet worden war. Auch um die rechtlichen Risiken für das Kunstmuseum zu reduzieren. Die Bundesregierung übernimmt demnach die vollen Kosten für die Klärung der Herkunft und auch für eventuelle zukünftige Rechtsfälle.

Gurlitts 86-jährige Cousine Uta Werner hat unterdessen überraschend Anspruch auf das Erbe erhoben. Ihr Antrag sei am Freitag am Nachlassgericht München erfolgt. Nach einem von ihr in Auftrag gegebenem Gutachten sei Cornelius Gurlitt zur Zeit der Testamentsverfassung nicht zurechnungsfähig gewesen. Demnach sei sein Wille nichtig und sie, neben ihrem Bruder Dietrich Gurlitt, rechtmäßige Erbin. Dietrich Gurlitt wies indes die Vorwürfe seiner Schwester über die unzureichende Testierfähigkeit seines Cousins Cornelius zurück. "Über die Beschlagnahme seiner Bilder war er so empört, dass er kein deutsches Museum auswählte. Das alles ist nicht paranoid, sondern konsequent und verständlich."

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