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Alarm vor Helgoland

Mysteriöses Robbensterben gibt Tierärzten Rätsel auf

Freitag, 17 Oktober 2014 07:21 geschrieben von  Susanne Hagel
Nordsee Robben Nordsee Robben

Husum - Seit Anfang Oktober wurden bereits mehr als 180 verendete Robben an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste gefunden. Experten stehen bei der Ursachenforschung vor einem Rätsel.

"Seit Anfang Oktober sind auf Inseln wie Helgoland und Sylt insgesamt 180 verendete Tiere gefunden worden", bestätigte ein Sprecher des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz die Meldungen diverser Zeitungen. "Die Tiere werden derzeit untersucht." Mit einem Ergebnis sei frühestens Freitag zu rechnen, so der Sprecher.

Im Verdacht stehen Staupe- und Grippeviren. Im August sorgten diese in Dänemark bereits für den Tod von rund einhundert Seehunden auf der Ostseeinsel Anholt. Gerade im Herbst und Winter komme es häufiger zu derartigen Funden. Schwächere Tiere sterben an Krankheiten oder Parasitenbefall. Woran die Tiere diesmal verendet sind, sei jedoch noch unklar. Experten fürchten ein ähnliches Massensterben wie bereits 1998 und 2002. damals verendete der Großteil der Seehundpopulation der Nordsee an Staupeepidemien. Allein im Jahr 2002 starben so rund 10.000 Tiere. Der Staupeerreger ist für den Menschen ungefährlich, Hunde jedoch können angesteckt werden.

2013 lebten laut offiziellen Zählungen knapp 27.000 Seehunde in der Nordsee, davon etwa 8300 in Schleswig-Holstein. Das war der bislang höchste Stand, seit die Tiere im Jahr 1970 fast ausgestorben wären. Damals gab es gerade noch 1500 Seehunde an der Nordseeküste.

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