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Auktionshaus Neumeister

Qualitätsvolle Alte Kunst und Antiquitäten übertrafen mehrmals Taxierungen in München

Freitag, 03 April 2015 12:31 geschrieben von  Rüdiger Dietrich
Bildschirmfoto der www.neumeister.com vom 03.04.2015 Bildschirmfoto der www.neumeister.com vom 03.04.2015 Quelle: neumeister.com

München - Ein ansprechendes Angebot an Gemälden Alter und Neuerer Meister kam am 25. März im Kunstauktionshaus Neumeister in der Barer Straße in München unter den Hammer. Viele der auktionierten Werke konnten ihren Schätzwert zum Teil deutlich übertreffen. Mit Gerrit Jansz van Bronchorst und Abraham Bloemaerts standen zwei niederländische Berühmtheiten zum Gebot und erfüllten die Erwartungen. Mit dem erzielten Preis von jeweils 40.000,- Euro konnte ersterer die Taxe verdoppeln und Letztgenannter sogar vervierfachen. Es handelte sich um das auf 1662 datierte Ölgemälde „Susanna und die beiden Alten“ und Bloemaetrs jugendlichen Johannes des Täufers mit dem Lamm von 1619. Als Favoriten galten Ferdinand Konrad Bellermann und der Strumpffabrikantensohn Alexander Koester, von denen Bellermanns Ansicht des beeindruckenden Eingangs der Guácharo-Höhle im südamerikanischen Venezuela von 1873 für 30.000,- Euro seinen Abnehmer fand und das Gemälde „Acht Enten im Schilfteich“ des sogenannten „Enten-Koester“ seine 31.000,- Euro erzielen konnte.

Der deutsche Landschaftsmaler Bellermann gelangte mittels eines durch Unterstützung Alexander von Humboldt erhaltenen Reisestipendiums von 1842 – 1845 nach Venezuela. In dieser Zeit fertigte er zahlreiche Skizzen an, und so führte in der Weg 1843 auch zur Guárcharo-Höhle, in der er 14 Tage verweilte, als er deren Grundriss zeichnete. Der deutsche Genremaler Koester erfuhr seine Inspirationen bei Wanderungen durch das Inn- und Ötztal sowie an seinem zeitweiligen Wohnort Klausen in Südtirol. Sein beliebtestes Studienobjekt blieb zeitlebens die Ente, die er in zahlreichen Variationen, von anfänglich das Detail berücksichtigender realistischer Darstellung bis zur impressionistischen Ausdrucksweise in seinem Spätwerk, in seinen Gemälden verewigte.

Ein 1831 entstandenes Frauenbild mit Hut vom Schliersee von Eduard von Heuß konnte mit 18.000,- Euro seine Taxe in etwa vervierfachen und der „Alt-Münchner Kellnerin“ von Georg Wilhelm Wanderer aus dem Jahr 1841 gelang es mit einem Auktionspreis von 16.000,- Euro sogar über eine Verfünffachung seines Schätzwerts hinauszukommen. Ein hochformatiges Spitzweg-Holztäfelchen „Faust und Gretchen“ erzielte 26.000,- Euro. Das phantasieanregende Ölgemälde „Fischer und Meerjungfrauen in der Blauen Grotte auf Capri“ des mit Queen Vicoria befreundeten Hermann David Salomon Corrodis blieb mit 18.500,- Euro im Bereich der Erwartungen, währenddessen seine Abendstimmung eines kleinen Fischerhafens in der Bucht von Neapel mit 23.000,- Euro die Taxierung deutlich übertraf. Aus dem Sortiment der Miniaturen konnte ein aus dem Jahr 1790 stammendes klassizistisches Bildnis des schottischen Juristen und Politikers Andrew Stuart of Craigthorn von Richard Cosways mit 5000,- Euro den höchsten Preis erzielen. - Es ist davon auszugehen, daß die Auktionsteilnehmer in jeglicher Hinsicht auf ihre Kosten gekommen sein dürften.

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