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Holland-Rocker lässig

Rocker bekämpfen „Islamischen Staat“

Freitag, 17 Oktober 2014 15:31 geschrieben von  Johann W. Petersen
Screenshot: No Surrender - John van de Heuvel Screenshot: No Surrender - John van de Heuvel

Magdeburg - Während sich die Türkei weiterhin weigert, mit eigenen Truppen gegen den an ihrer Grenze aufmarschierenden „Islamischen Staat“ (IS) vorzugehen, haben sich Mitglieder des holländischen Motorradklubs „No Surrender MC“ offenbar kurdischen Peschmerga-Einheiten in ihrem Kampf gegen die Terrormiliz angeschlossen. Ein Foto, das derzeit auf Facebook und Twitter kursiert, zeigt einen der Holland-Rocker an der Seite eines Kurden in einem Unterstand. Beide Männer sind mit Sturmgewehren bewaffnet. Die Gruppe „Kurden in den Niederlanden“ kommentierte das Foto mit der Bemerkung: „Ron aus den Niederlanden hat sich den Kurden angeschlossen, um das IS-Ungeziefer zu bekämpfen.“

Der holländische „No Surrender“-Chef Klaas Otto bestätigte gegenüber der britischen Tageszeitung „Daily Mail“ den Einsatz seiner Leute gegen den IS. Drei Mitglieder des Clubs aus Amsterdam, Rotterdam und Breda würden sich an den Kämpfen beteiligen. Der niederländische Staatsanwalt Wim de Bruin sieht darin kein Problem: „Früher war es verboten, sich einer ausländischen Armee anzuschließen – das ist heute nicht mehr so. Nur Kampfhandlungen gegen die Niederlande sind strafbar.“ Die Niederlande selbst beteiligen sich mit 130 Ausbildern, acht Kampfjets und Waffentransporten an dem internationalen Terroreinsatz gegen die Islamisten.

Neben den drei „No Surrender“-Leuten sollen sich auch Mitglieder anderer Klubs an den Kämpfen beteiligen. Ein Mitglied der Kölner Motorradgang „Median Empire“, der mehrheitlich Kurden angehören, postete auf Facebook ein Bild, das seinen Bruder bei Landsleuten im Kampfgebiet zeigen soll. „Während andere labern und labern, sind unsere Jungs an der Front und kämpfen gegen Isis“, kommentierte er das Foto. Eine weitere Aufnahme zeigt zwei Mitglieder in „Median Empire“-Kutten und mit Kalaschnikows im Gebirge. Hierzu schreibt der Kölner Rocker: „Unsere Jungs haben mir berichtet, dass sie beschossen wurden. Ihnen ist nichts passiert, sie sind gesund.“

Deutsche Stellen sehen den Einsatz von Rockern gegen den IS weniger entspannt als die Niederlande. „Wir müssen uns mit der Frage befassen, wie wir mit den ‚Rückkehrern‘ aus diesem Bereich umgehen? Es handelt sich bei ihnen immerhin um potenziell gewaltbereite Straftäter, die dann, ausgestattet mit paramilitärischer Kampferfahrung, wieder nach Deutschland einreisen“, so der Vorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK) im Bundeskriminalamt, Andy Neumann. Gerade vor dem Hintergrund des sich zuspitzenden Konflikts zwischen Islamisten und Kurden entstehe dadurch eine weitere, „nicht zu unterschätzende Gefahr für die ohnehin angespannte Sicherheitslage“. Anders als zurückkehrende IS-Sympathisanten können Rocker, die auf der Seite der Peschmerga gekämpft haben, allerdings nicht wegen Unterstützung einer terroristischen Vereinigung belangt werden.

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