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Bon anniversaire!

Schönheitsidol, Tierschützerin und politisch unkorrekt - Brigitte Bardot wird 80!

Freitag, 26 September 2014 18:32 geschrieben von  Rüdiger Dietrich
Brigitte Bardot Brigitte Bardot Quelle: fanpop.com

Nizza - Gemessen an den 1950ern und 1960ern könnte man mit Fug und Recht behaupten, daß eine der zartesten Versuchungen Frankreichs am 28. September ihren 80. Geburtstag feiert. Aber sie kann auch auch hochengagiert kämpfen: die Rede ist von keiner Geringeren als der am 28.09.1934 geborenen Brigitte Bardot, über die in Wikipedia zu lesen ist: „Sie wurde nach ihrer Karriere im Jet-Set der 1960er Jahre als Tierschutzaktivistin und zunehmend als Symbolfigur der französischen Rechten bekannt.“ Für die Wirkmächtigkeit ihrer Persönlichkeit spricht, daß, obwohl sie bereits seit Anfang der 1990er dem Front National nahe steht, dennoch die Umweltschutzorganisation Sea Shepherd 2011 ein Schiff nach ihr benannte. Wirkte BB in ihren jungen Jahren durch ihre mit mädchenhafter Unschuld gepaarte sinnliche Schönheit, so vermag sie dies im reiferen Alter unvermindert kraft ihrer Authentizität. Die Bardot war stets eine äußerst selbstbewußte Frau, die sich niemals „liften“ ließ, weder äußerlich noch gesinnungsmäßig.

Vielleicht wurde BB zum französischen Mythos, weil sie so unglaublich glaubwürdig ist und ihrer Identität immer treu blieb. Sie war stets sie selbst, und verzichtete auf nachträgliche verfälschende Interpretationen, wie man es bei so vielen kennt. Mit entwaffnender Erotik äußerte die inzwischen langjährige Tierschutzaktivistin einmal: “Ich habe meine Jugend und meine Schönheit den Männern gegeben, jetzt gebe ich meine Weisheit und Erfahrung den Tieren.“ Diese unüberhörbare Leidenschaft dürfte auf den Erfolg eine geradezu magnetische Wirkung ausüben. Leidenschaft verspürt die Bardot auch für ihre Nation und dessen Kultur. Ihr Ehemann Bernard d`Ormale ist führendes Mitglied des Front National und auch Brigitte Bardot klagt immer wieder öffentlich die Überfremdung und Islamisierung Frankreichs an. Die BB bezeichnete schon mal die FN-Vorsitzende Marine Le Pen als Jungfrau von Orléans des 21. Jahrhunderts, die als einzige Frankreich vor dessen Untergang retten könne. Gegenüber der als rechts eingestuften Monatszeitschrift „Nation & Europa“ erklärte Brigit Bardot 1998, daß sie sich fremd im eigenen Land fühle. 2003 veröffentlichte sie ihr Buch „Un cri dans le silence“, in dem Bardot Gegenwartserscheinungen wie Islamisierung, die Verweichlichung der Männer, die moderne Kunst und Architektur, Fast Food und ähnliches kritisiert. Laut dem Verlag Édition du Rocher war dies das erfolgreichste Buch des Jahres 2004.

Brigitte Bardot bewahrte sich gemäß ihrer Devise „Freiheit, Gleichheit, Sinnlichkeit“ nicht nur ihr Gespür für Ästhetik, sondern auch ihren Mut auf eine eigene Meinung, wenngleich ihr dies schon so manche Anzeige und auch Geldstrafe einbrachte. Das eben ist BB: stets provokativ, ob provokativ schön oder provokativ politisch unkorrekt – doch stets authentisch. Eine Ikone der Selbstbestimmung, die diesen Impetus in reiferen Jahren auf das Politische und die Selbstbestimmung der Nation übertrug. Man darf sich geehrt fühlen, gratulieren zu dürfen!

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