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"Scharia-Polizei“ patrouilliert in Wuppertal

Freitag, 05 September 2014 18:46 geschrieben von  Johann W. Petersen
Schwebebahn Wuppertal Schwebebahn Wuppertal Quelle: pixabay.com

Wuppertal - Radikalislamische Salafisten haben in den letzten Tagen mehrfach Disko- und Kneipenbesucher auf den Straßen Wuppertals bedrängt. Ausgestattet mit orangefarbenen Warnwesten mit der Aufschrift „Shariha Police“ („Scharia-Polizei“), sprachen die Islamisten Passanten an, luden sie zu Predigten ein und gingen in Geschäfte, um auf ihre Verhaltensregeln aufmerksam zu machen: Kein Alkohol, kein Glücksspiel, keine Musik. Nach Angaben der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ (WAZ) versuchten die selbsternannten Islam-Wächter sogar, Jugendliche am Disko-Besuch zu hindern. „Wer sich widersetzte, wurde verfolgt“, so die WAZ.

Nach Angaben der Polizei wurde nun ein Verfahren gegen elf „Scharia-Polizisten“ im Alter von 19 bis 33 Jahren wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz eingeleitet und Personalien aufgenommen. Die Warnwesten wurden allerdings nicht sichergestellt, da es dafür laut Polizeiangaben keine Handhabe gegeben habe. Offenbar wurden die Wuppertaler Islamisten von englischen Glaubensbrüdern inspiriert. Diese hatten einen Film auf YouTube gestellt, der sie bei „Bekehrungsversuchen“ zeigt. Die Warnwesten, die nun in NRW verwendet wurden, sind nahezu identisch. Eine Facebook-Gruppe der „Shariah Police Germany" wurde inzwischen gesperrt, ebenso wurde das Original-Video bei YouTube gelöscht, wird jedoch weiterhin über andere Kanäle verbreitet.

In Wuppertal verteilten die Salafisten auch Flyer, die Teile der Stadt als „Scharia-kontrollierte Zone“ auswiesen. Nennenswerten Widerspruch erfuhren die radikalen Islamisten bei ihrem Treiben offenbar nicht. Dabei gäbe es gute Gründe, hier besonders wachsam zu sein. Als „Islamischer Staat“ (IS) treiben Salafisten-Milizen derzeit in Syrien und im Irak ihr Unwesen und schrecken dabei vor schlimmsten Gewalt- und Mordtaten nicht zurück. Auch dort fing es mit vermeintlich harmlosen „Kontrollen“ zur Einhaltung religiöser Sitten an.

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