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Spekulationsgeschäfte, Kurzstreckenflüge: Greenpeace kommt nicht aus den Schlagzeilen

Montag, 30 Juni 2014 11:53 geschrieben von  Jens Hastreiter
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Berlin - Die Umweltorganisation Greenpeace sorgt in den letzten Tagen immer wieder für Schlagzeilen. Zuerst ging es um Spendengelder, die in den letzten Jahren bei Währungsgeschäften verspekuliert wurden, danach um die zahlreichen Kurzstreckenflüge des Greenpeace-Vizechefs Pascal Husting.

Mitte Juni mußte die Umweltorganisation Greenpeace einräumen, dass ein Mitarbeiter in der Zentrale in Amsterdam 3,8 Millionen Euro verzockte, weil er ein Termingeschäft auf die Gemeinschaftswährung abgeschlossen hatte.

Greenpeace ist eine gemeinnützige Organisation und als solche zu besonderer Transparenz verpflichtet, was die Finanzen betrifft. Greenpeace gibt sich außerdem als einer der schärfsten Kritiker der Finanzindustrie.

Nach eigenen Angaben beträgt das Gesamtvolumen der kurz- und mittelfristigen Geldanlagen von Greenpeace in Form von Tages- und Festgeldern zur Zeit insgesamt 44,945 Millionen Euro. Laut der eigenen Richtlinie für Geldanlagen darf Greenpeace nur in diesen beiden festverzinslichen Formen anlegen. Nun wurden jedoch Unregelmäßigkeiten durch missglückte Devisengeschäfte festgestellt, die zu einem Verlust von 3,8 Millionen Euro führten. Greenpeace-Sprecher Mike Townsley sagte gegenüber der „taz", es habe strukturelle „Herausforderungen in der Finanzabteilung" gegeben. Doch seien die Unregelmäßigkeiten, die „bei den Mechanismen und der Durchführung von Transaktionen und der Rechnungsstellung" aufgetreten sind, mittlerweile behoben worden.

Laut Sitzungsprotokoll des Greenpeace-Aufsichtsrats vom Frühjahr 2014 zeigten sich die Kontrolleure entsetzt über den Verlust. Der Chef der Finanzabteilung hatte seit August 2013 durch Devisenverträge zur Absicherung der Währung, die auf einen schwächeren Euro spekulierten, insgesamt einen Verlust von 3,8 Millionen Euro aufgehäuft. Laut Townsley hatte der Mann für diese Verträge keine Genehmigung und wurde schon im März gefeuert.

Am 24. Juni berichtete die britische Zeitung „Guardian" nun über den Vizechef der Umweltorganisation Pascal Husting. Obwohl Greenpeace ständig darauf hinweist, wie schädlich insbesondere Kurzstreckenflüge für das Klima sind, soll Husting zweimal pro Monat per Flugzeug zwischen seinem Wohnort Luxemburg und der Greenpeace-Zentrale in Amsterdam hin- und herpendeln.

Greenpeace-Sprecher Townsley bat um Verständnis und meinte, die Pendelfluglösung sei ein „schwieriger Kompromiss" für Husting gewesen, da er seine Familie in Luxemburg habe und seine Frau schwanger sei. Zumindest künftig wolle Husting nicht mehr das Flugzeug, sondern den Zug für die Reisen zu seinem Arbeitsplatz nach Amsterdam nehmen. Anfangs pendelte Husting wöchentlich nach Amsterdam, später angeblich „nur" zweimal im Monat.

Nun hat Greenpeace nicht nur ein Imageproblem, denn die Vorfälle könnten sich auch auf die Spendenfreudigkeit der Organisation gegenüber auswirken.

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