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Fuck Cancer der Alptraum auf Wolke 7!

Star-Journalist Kurt Kuch hat in der Nacht auf Samstag seinen Kampf gegen den Krebs verloren.

Sonntag, 04 Januar 2015 21:46 geschrieben von  N. von Gibelli
Star-Journalist Kurt Kuch hat in der Nacht auf Samstag seinen Kampf gegen den Krebs verloren. Screenshot: www.dontsmoke.at vom 04.01.2015

Graz - Früher drehte sich das Leben unseres Kollegen um Gauner, Korruption und die beste Schlagzeile und heute um die  Diagnose Lungenkrebs.

Geboren wurde Kurt Kuch im Jahr 1972 in Oberwart (Österreich), seit dem Jahr 1996 arbeitete er für das Magazin  "News".

Ab 2005 war er Chefreporter des Blattes  - Anfang 2009 Chef wurde er für die der Innenpolitik eingesetzt und ab 2011 stellvertretender Chefredakteur. Er widmete sich vor allem investigativen Geschichten, arbeitete u.a. am Telekom-Skandal, an der Pleitebank Hypo Alpe Adria, der burgenländischen Begas oder an der Bundesliga-Affäre um Peter Westenthaler. Auch die geheimen Briefkastenfirmen von Banker Herbert Stepic machte er öffentlich, der in weiterer Folge als Chef von Raiffeisen International zurücktrat.

Seinen öffentlichen Umgang mit seiner Erkrankung begründete Kuch in einem "Falter"-Interview auch mit seinem Drang nach Transparenz: "Ich kann nicht von allen absolute Transparenz einfordern, und wenn's um mich selber geht, dann ist Schluss, dann zieh ich mich ins Schneckenhaus zurück." 2014 wurde Kuch vom Branchenmagazin "Der Österreichische Journalist" ausgezeichnet - und zwar in der Kategorie Investigation und Engagement.

Der Buchautor - u.a. "Haider - Schatten über Europa" oder "Land der Diebe" - hinterlässt eine Frau sowie eine Tochter. Gefragt nach seinem ersten Gedanken nach Erhalt der Diagnose, sagte Kuch: "Dass ich die Hochzeit meiner heute zwölfjährigen Tochter nicht erleben werde. Da ist alles vorbeigezogen: Ihre Matura, ihr erster Freund - dass ich bei allem nicht dabei sein würde, nur weil ich Trottel geglaubt habe, ich muss rauchen. Ich hätte mich in dieser Sekunde selbst umbringen können vor lauter unendlicher Blödheit."

Vor seinen Artikeln zittern alle, die etwas zu verbergen haben. NEWS-Aufdecker Kurt Kuch hat den Telekom-Skandal ans Licht gebracht. Wegen Vorwürfen, die er aufgedeckt hat, steht derzeit gerade Ex-Spitzenpolitiker Peter Westenthaler vor Gericht. Und nachdem Kurt Kuch im Vorjahr die geheimen Briefkastenfirmen von Star-Banker Herbert Stepic öffentlich gemacht hatte, musste dieser als Chef der Raiffeisen Bank International den Hut nehmen. Zuletzt machte er sich sehr stark für seine Kampagne „Don‘t Smoke“ stark. 

Der Journalist Kurt Kuch hat seinen Kampf gegen den Krebs verloren. Der Burgenländer verstarb in der Nacht auf Samstag nach einem monatelangen, öffentlichen Ringen gegen die Krankheit. 

 

Noch Anfang November war Kurt Kuch von großem Optimismus getragen: Ein Freund habe bereits Karten für das Champions-League-Finale in Berlin im Juni gekauft, wie er damals in einem Interview mit "News" verriet: "Und ich weiß ganz genau: Ich werde beim Champions-League-Finale sein", sagte er damals.

Dieses Ziel hat Kuch nicht erreicht, ein anderes vielleicht schon: Nämlich das Thema Rauchen verstärkt in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken: Seit der Diagnose seines besonders aggressiven Tumors im April des Vorjahres machte er seine Erkrankung öffentlich. Über soziale Netzwerke wie Twitter, Facebook, aber auch in Interviews berichtete er von seinem Schicksal. "Rauchen tötet.

Sein besonderes Engagement galt der Anti-Raucher-Kampagne "Don't smoke" (http://www.dontsmoke.at).

Letzte Änderung am Sonntag, 04 Januar 2015 21:47
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