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Vorbereitungen für einen Extremwinter

Stehen die USA vor einem weiteren Jahrhundertwinter?

Dienstag, 04 November 2014 23:23 geschrieben von  Hans Driesch

Magdeburg - Am Beginn dieses Jahres wurden die USA von einem Extremwetterereignis heimgesucht, mit dem kaum jemand gerechnet hätte: Eine Kältewelle mit Schneestürmen und einer starken Schwingung des Jet Streams der Nordhalbkugel – der sogenannten „Arktischen Oszillation“ – führte reihenweise zu historischen Tiefsttemperaturen. An der Grenze zu Kanada fiel die Temperatur auf Werte um die -40 °C, am O Hare International Airport in Chicago wurden am 6. Januar 2014 -26 °C gemessen, aber auch im Süden der USA wurde es teilweise sehr kalt, so dass am 5. Januar 2014 am Nordpol die gleichen Temperaturen herrschten wie im zentralen Nordamerika.

Ein derartig extrem kalter Winter könnte den USA jetzt nochmals bevorstehen. Darauf weist zumindest der amerikanische Meteorologe Mathew Holliday hin, der in seine Prognosen auch den Schneebedeckungsgrad in Sibirien einfließen lässt, der Ende Oktober dieses Jahres einen ähnlich hohen Wert erreicht hat wie vor einem Jahr. Weiter führt Holliday auf dem Wetterportal „Firsthand Weather“ aus, dass die Wetterphänomene El Niño und El Niña – nicht zyklisch auftretende Strömungen im äquatorialen Pazifik – zwar Einfluss auf das nordamerikanische Winterwetter hätten, aber eben keinen so ausschließlichen, wie häufig behauptet wird. Eine ganz ähnliche Prognose stellt auch „SRF Meteo“, der meteorologische Dienst des Schweizer Radio und Fernsehens, aus. Auch die helvetischen Wetterfrösche vermelden, dass jetzt schon mehr als die Hälfte Russlands schneebedeckt ist und in vielen Teilen Sibiriens sogar schon mehr als ein halber Meter Schnee liegt. Daraus folgern sie: „Man muss einige Jahre zurückblättern, um eine ähnliche Oktoberschneedecke zu finden; ins Jahr 2002 zum Beispiel. Das Sibirienhoch baut sich in den nächsten Wochen auf und hat nun beste Bedingungen, gross und stark zu werden. Damit wird das Sibirienhoch den Jet ab und zu nach Süden ablenken, kalte Luft würde nach Europa strömen. Unser Winter dürfte also zeitweise richtig kalt werden.“

Sibirien mit seiner gigantischen Landmasse spielt eine große Rolle für das Weltklima. In den vergangenen beiden Jahrzehnten wurde oft darüber diskutiert, ob ein Auftauen des dortigen Permafrostbodens zur Freisetzung zusätzlicher Treibhausgase und damit zu einem endgültigen Kippen des Weltklimas führen würde. Die Tatsache, dass der Schneebedeckungsgrad in Sibirien in den vergangenen Jahren schon im Herbst sehr hoch war, zeigt nun auch, auf welch tönernen Füßen die These von der „Erderwärmung“ steht.

Auch kurzfristig könnte ein neuerlicher Extremwinter in den USA starke Auswirkungen haben, denn im ersten Quartal dieses Jahres brach das amerikanische Wirtschaftswachstum regelrecht ein. Wenn dies Anfang 2015 wieder geschehen sollte, dann könnte sich dies gemeinsam mit der Ukraine- und der wiederaufflammenden Eurokrise zum „perfekten Sturm“ für die Weltwirtschaft entwickeln.

http://firsthandweather.com/374/siberian-snow-cover-may-bring-a-brutally-cold-2014-15-winter/

http://www.srf.ch/meteo/meteo-news/anzeichen-fuer-kalten-winter

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