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Förderung der Prostitution nicht nachweisbar

Strauss-Kahn kann mit Freispruch rechnen

Freitag, 20 Februar 2015 22:54 geschrieben von  Johann W. Petersen
Dominique Strauss-Kahn Dominique Strauss-Kahn Quelle: de.wikipedia.org

Magdeburg - Der frühere Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF), Dominique Strauss-Kahn, kann in dem Zuhälterei-Prozess um ausschweifende Sex-Partys mit Prostituierten, die zwischen März 2008 und Oktober 2011 unter anderem in Paris und Washington stattgefunden haben, mit einem Freispruch rechnen. Seine 13 Mitangeklagten dürften hingegen nicht so glimpflich davonkommen.

Anfang dieser Woche gab es eine überraschende Wende in dem Prozess in Lille: Nach gut zweiwöchiger Verhandlung plädierte erst die Staatsanwaltschaft und dann die Verteidigung Strauss-Kahns auf Freispruch. Selbst die als Nebenklägerinnen auftretenden früheren Prostituierten zogen urplötzlich zurück.

Um den einstigen IWF-Chef nach französischem Recht als Zuhälter belangen zu können, hätte man ihm zunächst einmal nachweisen müssen, dass er um die Profession der Liebesdamen wusste, die ihm in Luxushotels oder auch in einer von DSK unter dem Namen eines Freundes angemieteten Pariser Wohnung sexuell zu Diensten waren. Dies hatte Strauss-Kahn stets bestritten. In einem zweiten Schritt hätte man ihm dann noch beweisen müssen, dass er nicht nur Teilnehmer, sondern zumindest Mitorganisator jener freizügigen Partys war und so die Prostitution gefördert habe.

Zwar bekundeten die professionellen Sexarbeiterinnen, die dem Ex-IWF-Chef von Unternehmern zugeführt und von dem Bordellbesitzer Dominique Alderweireld alias „Dodo der Salzhering“ bereitgestellten Callgirls ihre „feste Überzeugung, dass Monsieur Strauss-Kahn Bescheid wusste“, doch offenbar sah dies die Staatsanwaltschaft nicht als Beweis an. Den Mitangeklagten dürfte die Förderung der Prostitution indes leichter nachzuweisen sein, so dass in ihren Fällen kein Freispruch erwartet wird. Am härtesten wird es wohl „Salzhering Dodo“ treffen, gegen den die Anklage ein Jahr Gefängnis ohne Bewährung beantragt hat. Ein Termin für die Urteilsverkündung ist noch nicht bekannt.

Der Prozess könnte am Ende allerdings auch politische Auswirkungen haben. Ende März will sich der französische Senat mit dem von der Nationalversammlung schon vor geraumer Zeit verabschiedeten Entwurf eines Prostitutionsgesetzes befassen. Er sieht Hilfe für Prostituierte vor, aber auch Strafen für Freier. Beobachter gehen davon aus, dass DSK-Prozess diesem Anliegen neuen Rückenwind verschaffen wird.

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