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Ex-BfV und -BND Chef Heribert Hellenbroich verstorben

Tod eines Agentenjägers

Samstag, 19 Juli 2014 12:12 geschrieben von 
Agentenjäger Hellenbroich Agentenjäger Hellenbroich Quelle: ZVAB

Köln - Heribert Hellenbroich (geboren 1937) verstarb in aller Ruhe am 10. Juli 2014 in Köln und wurde am 14.07. auf dem Friedhof Köln-Thenhoven beigesetzt. Er war einer der bekanntesten "Agentenjäger" der Bundesrepublik Deutschland und Chef der beiden Nachrichtendienste "Bundesamt für Verfassungsschutz" (BfV) sowie "Bundesnachrichtendienst" (BND).

Seine steile Laufbahn wurde im August 1985 abrupt beendet, als der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) nach einer kleinen Spionageaffaire vor der Wahl stand, entweder Heribert Hellenbroich oder seinen Bundesinnenminister Friedrich Zimmermann (CSU) fallen zu lassen. Aus Rücksichtnahme auf den Koalitionspartner CSU mutete Helmut Kohl seinem BND-Chef das Bauernopfer zu. Zuvor war der Sicherheitsexperte Hellenbroich, der auch der CDU angehörte, lange durch Kohl gefördert worden. Die Flucht des Regierungsdirektors in der Spionageabwehr des BfV, Hansjoachim Tiedge, am 18. August 1985 in die DDR hatte zu einer schweren Vertrauenskrise in Bonn geführt.

Sein Nachfolger im BfV wurde ausgerechnet jener Ludwig-Holger Pfahls, der später im Zusammenhang mit Geschäften um den Waffenhändler Karlheinz Schreiber zu Fall kam. Dieter Holzer, der junge Klaas Wintorp und vor allem der französische Nachrichtendienst "Direction Generale de la Securite Exterieure" und Freunde im fernen Taiwan und im Libanon waren involviert. Gerüchten zufolge soll Heribert Hellenbroich diesem sich damals schon anbahnenden Netzwerk auf der Spur gewesen sein. Doch seine Geheimdienstkarriere endete plötzlich.

Zuletzt war Heribert Hellenbroich Leiter des Frankfurter Sicherheitsdienstes IHS, heute Wisag. Seine Frau Gisela Hellenbroich (geboren 1937) war erst am 4. Juli 2014 verstorben.

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