www.derfflinger.de

Freigegeben in Boulevard

Im Zuge von Bauarbeiten

Vergleich Expressionismus-Impressionismus in der Alten Nationalgalerie Berlin geplant

Mittwoch, 10 Dezember 2014 16:00 geschrieben von  Susanne Hagel
Alte Nationalgalerie Alte Nationalgalerie

Berlin - Weil die Neue Nationalgalerie saniert wird, soll es im kommenden Jahr einige ungewöhnliche Ausstellungen geben. So sei erstmals ein direkter Vergleich expressionistischer und impressionistischer Bilder in einer Schau in der Alten Nationalgalerie geplant.

Die Neue Nationalgalerie in Berlin wird vom Stararchitekten David Chipperfeld nach 46 Jahren Kunstbetrieb aufwendig saniert. Die 1600 Bilder und Skulpturen werden in verschiedenen Depots und Zwischenlagern verwahrt. "Also auch der Colder und auch der Henry Moore, diese großen Skulpturen, und das ist ein erheblicher Aufwand, müssen natürlich erstmal, bevor die Sanierung überhaupt losgeht, demontiert werden und an sichere Orte verbracht werden", erklärt Joachim Jäger, Leiter der Neuen Nationalgalerie. Der britische Architekt lege besonders viel Wert darauf, das Gebäude mit seiner säulenfreien, lichtdurchfluteten Glashalle als Kunstwerk der Moderne zu erhalten. "Wir werden zum Beispiel in der oberen Glashalle keine Doppelverglasung, wie man es heute machen würde, um Kondenswasser und Schwitzwasser zu vermeiden, einbauen, weil wir dadurch den filigranen Charakter des Glashauses komplett verderben würden. Wir haben aber einen Weg gefunden, bzw. das Büro von David Chipperfield, mit modernen Möglichkeiten so viel Isolierung wie irgend möglich in die alten Profile reinzubringen. Das ist jetzt nur ein Detail, aber das mag Ihnen verdeutlichen, Ziel ist es: Wir wollen Mies van der Rohe dort abholen und dort lassen, wo er 1968 als Architektur-Inkunabel in die Welt gesetzt wurde. " erklärt Generaldirektor Michael Eissenhauer.

Um dem Besucher dennoch einen Teil der Sammlung präsentieren zu können, sind einige Ausstellungen geplant. So werde ab April die Expressionismus/Impressionismus-Ausstellung in der Alten Nationalgalerie eröffnet und so ein Wiedersehen trotz Bauzeit mit Nolde, Monet und Liebermann möglich sein. Das erste Mal in der Geschichte der Ausstellung werden "die so wichtigen Bestände des Impressionismus und des Expressionismus zusammengeführt werden. Also es gibt auch Chancen, die Sammlung  durch die Schließung noch einmal neu kennenzulernen", so der Direktor der Alten Nationalgalerie, Udo Kittelmann.

Im Hamburger Bahnhof sollen dann ab Herbst im halbjährlichen Wechsel Ausstellungen der Sammlungen gezeigt werden. Im Zuge des 50-jährigen Jubiläums der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Deutschland und Israel sei außerdem eine bisher einmalige Präsentation von Werken der Klassischen Moderne in Jerusalem geplant. So sollen 50 Hauptwerke der Neuen Nationalgalerie, die als "Entartete Kunst" galten, im Israel-Museum in Jerusalem zu sehen sein. Dabei handelt es sich um die erste Zusammenarbeit dieser größten Kultureinrichtung Israels mit einem deutschen Museum überhaupt.

Letzte Änderung am Mittwoch, 10 Dezember 2014 16:09
Artikel bewerten
(3 Stimmen)