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"Sex goes Hightech"

Verhütung per Knopfdruck

Montag, 25 August 2014 19:10 geschrieben von  Susanne Hagel
Verhütung per Knopfdruck Quelle: pixabay.com

München - 2016 sollen die ersten Tests an Patienten für eine neue Verhütungsmethode starten: ein kleiner Microchip, der 16 Jahre lang regelmäßig eine Hormondosis an den Körper abgibt. Finanziert werde das Projekt von Microsoft-Gründer Bill Gates, der das Einsatzgebiet vor allem bei Frauen in Entwicklungsländern sieht.

Nach Implantation des Chips unter die Haut könne dieser von der Frau mittels Fernbedienung aktiviert werden und so jeden Monat eine bestimmte Dosis des Hormons Progestin an den Körper abgeben. Dieses Hormon verhindert dann den Eisprung und somit eine Schwangerschaft. So solle es im Chip einzelne Kammern geben, in denen bestimmte Hormondosen gespeichert würden. „Ein kleiner Computer und eine Uhr auf dem Chip sorgen dafür, dass genau zur richtigen Zeit jeden Monat immer die gleiche Progestinmenge abgegeben wird", erklärt der US-amerikanische Forscher Robert Farra vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge, den Bill Gates mit der Umsetzung seiner Idee betraut und finanziert hat. Eine Frau könne sich so auch jederzeit dazu entscheiden, schwanger zu werden und den zwei mal zwei Zentimeter großen Chip einfach per Fernbedienung abschalten. Ab 2016 wolle man mit Versuchen am Menschen beginnen, die Markteinführung sei für 2018 geplant.

Bis dahin müsse allerdings sowohl der Wirkstoff an sich, als auch die Datenübertragung noch geprüft werden. „Es bleibt abzuwarten, ob der Chip in der jetzigen Form wie gewünscht als Minipille wirkt oder als Pille danach", so Thomas Rabe, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologische Endokrinologie und Fortpflanzungsmedizin (DGGEF). "Derzeit kommunizieren Chip und Fernbedienung über ein Funksignal, das noch unverschlüsselt ist. Jemand könnte das Implantat also auch ohne Fernbedienung ein oder abschalten", ergänzt er.

Was auf den ersten Blick verlockend klingt, birgt jedoch auch einiges an Risiko in sich. Berücksichtigt man die Tatsache, dass bereits gängige Hormonpräparate diverse Nebenwirkungen haben, wäre die Frage zu klären, wie die Hersteller sicherstellen wollen, dass nicht durch einen Fehler die gesamte, für 16 Jahre angedachte Hormonmenge in den Körper gelangen kann bzw. wie sichergestellt werden soll, dass der Chip über den gesamten Zeitraum ordnungsgemäß funktioniert.

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