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Wie ein Virus in Afrika Politik machen könnte

Verschwörungstheorien zu Ebola

Dienstag, 21 Oktober 2014 04:47 geschrieben von  Josef Mühlbauer
Ebolavirus Ebolavirus Bild: Giovanni Cancemi / Quelle: Fotolia.com

München - Ist Ebola, ein Virus, das in einem US-Geheimlabor entwickelt worden ist?

In den sozialen Netzwerken ist von der „ Ebola Lüge“ die Rede. So behauptet u. a. Chris Brown auf Twitter, dass er denke, Ebola ist eine Form der Bevölkerungskontrolle“. Ebola soll durch das Rote Kreuz durch Injektionen künstlich verbreitet worden sein. Das ist Stoff für einen Thriller, den der deutsche Regisseur Wolfgang Petersen in seinem Film “Outbreak”, lautloser Killer, von 1995 erzählt. Ärzte versuchen ein Gegenmittel zu einem gefährlichen Virus zu entwickeln und müssen feststellen, dass das Virus als Waffe vom Militär erzeugt worden ist.

Auch bei Aids gab und gibt es derartige Verschwörungstheorien. Beweise dafür finden sich freilich keine.
Diejenigen aber, die an eine Verschwörung glauben, können  einige Gründe anführen.
So fragen sich die Verschwörungstheoretiker, weshalb erlaubt die US-Seuchenbehörde CDC (Centers for Disease Control and    Prevention), also die Behörde für Krankheitskontrolle und Prävention, weiterhin Flüge, in und aus den von Ebola betroffenen Ländern?  Weshalb gewährt die CDC Behörde einer 29 jährigen mit Ebola infizierten Krankenschwester einen Inlandsflug, obwohl Ebola leicht übertragbar ist? (http://www.tagesschau.de/ausland/ebolausa-105.html)
Warum entsendet Barrack Obama 3000 US-Soldaten zur Bekämpfung von Ebola nach Liberia? Militär ist keine Hilfsorganisation, wie Ärzte ohne Grenzen. Militär verfolgt in der Regel andere Ziele!

Doch für einen militärischen Einsatz gibt es nicht unerhebliche Gründe. Die einzige derzeit existierende Militärbasis auf dem afrikanischen Kontinent der USA ist Camp Lemonnier in Djibouti. (http://blog.zeit.de/ladurnerulrich/2014/09/29/der-kampf-gegen-ebola-dient-auch-militaer-interessen/)

Aus sicherheitspolitischen Gründen und zur Terrorbekämpfung auf dem afrikanischen Kontinent hat die USA vor 8 Jahren als sechstes Regionalkommando „Africom“ (United States Africa Command), Afrikanisches Kommando der Vereinigten Staaten, gegründet. Africom koordiniert sämtliche militärischen Aktivitäten auf dem afrikanischen Kontinent. Nur die liberianische Präsidentin Sirleaf hat sich als Einziger für die Niederlassung des Hauptquartiers der Africom ausgesprochen, alle übrigen Staaten der Afrikanischen Union hegten Misstrauen, weshalb dann Africom im schwäbischen Stuttgart das Hauptquartier ansiedelte.

Einige Amerikaner fragen sich, warum schickt Barrack Obama US-Truppen nach Liberia und nicht in das IS Gebiet? In Liberia dürfte die militärische Unterstützung Willkommen sein. Truppen sichern die Stabilität  des Landes und festigen die traditionellen Bindungen zwischen der USA und der liberianischen Regierung. Wirtschaftlich soll der Stahlkonzern Arcelor Mittal die Eisenerzindustrie wieder revitalisieren. Neben Eisenerz finden sich Mangan, Baryt, Kyanit, Columbit und Gold in abbauwürdigen Mengen. Für die US Firmen Goodrich und Firestone bieten Kautschuk wiederum interessante Perspektiven.

Der James Bond Film „Stirb an einem anderen Tag“ handelt zum großen Teil von geschmuggelten „Blutdiamanten". Der Handel mit Blutdiamanten finanziert Söldner und Truppen, die gegen legitime Regierungen verheerende „neue Kriege“ führen und erhebliche  Menschenrechtsverletzungen begehen. Liberia und der ebenfalls mit Ebola versuchte angrenzende Staat Sierra Leone werden mit Blutdiamanten in Verbindung gebracht. Ebenso wie Liberia verfügt Sierra Leone über einen Reichtum an Bodenschätzen wie Diamanten, Eisenerz, Gold, Platin und anderen.

Die von Guinea an Liberia und Sierra Leone angrenzenden Regionen leiden ebenfalls unter dem Ebola Virus. Nigeria, das zu den größten Öl- und Gasförderländern der Welt zählt (http://www.shell.de/aboutshell/media-centre/a-to-z/nigeria.html), bildet den vierten spezifischen Staat in diesem Bunde und konnte nach neusten Berichten die Ebola-Ausbreitung eindämmen.

Neben dem Rohstoffreichtum verbindet die vier Staaten ein gemeinsames Verteidigungsabkommen, das aus der  westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS (Economic Community of West African States) hervorgegangen ist. Die von der ECOWAS aufgestellte  Streitkraft wurde in den Bürgerkriegen in Sierra Leone, in Liberia und in Guinea-Bissau eingesetzt. Diese militärische Truppe hängt personell und finanziell hauptsächlich von der nigerianische Armee ab. Nigeria ist auch der mächtigste Staat im westafrikanischen Bündnis und China bemüht sich auch dort um Ressourcenbindung, weshalb sich der sehr reiche nigerianische Prinz Adetokunbo Sijuwade, ein großer Freund der USA und der US-amerikanischen Investoren, verpflichtet fühlt, die USA vor den Chinesen zu warnen.

(http://www.washingtontimes.com/news/2014/apr/6/nigerian-prince-says-china-is-winning-with-investm/?page=all)

In dem Interview in der Washington Times vertritt der Prinz die Meinung, die USA würden zu sehr neue Investitionen den Chinesen überlassen. Barrack Obama möge doch die Chinesen zurückdrängen. Zudem befindet sich in Nigeria noch die Terrorgruppe Boko Haram, mit der Nigerias Militär nach eigenen Angaben einen Waffenstillstand ausgehandelt hat. Die 219 verschleppten Schülerinnen hat die Boko Haram bis heute noch nicht freigelassen. US-Präsident Obama hat zur Suche der Mädchen bereits ein Vorauskommando von 200 Spezialisten gesandt. (http://www.spiegel.de/politik/ausland/boko-haram-obama-schickt-truppen-fuer-geisel-suche-a-970953.html).

Die Boko Haram bezeichnen einige auch als die Taliban Nigerias. Im Norden Nigerias brodelt es. Das Schlachtfeld in diesen westafrikanischen Staaten ist eröffnet.

All das sind vielleicht Gründe genug, um an eine Verschwörungstheorie ähnlich dem Filminhalt bei Petersens Outbreak zu glauben.

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