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Edward Snowden enthüllt

Vodafone als Spionage-Büttel in Bedrängnis?

Samstag, 22 November 2014 18:05 geschrieben von  Torsten Müller

Magdeburg - Aktuell veröffentlichte Dokumente des ehemaligen US-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden belegen nun, wie intensiv zumindest in Großbritannien Geheimdienste und Telekommunikationsunternehmen zusammenarbeiten. Besonders enge Beziehungen soll es zwischen dem britischen Auslandsgeheimdienst GHCQ und dem Unterseekabel-Betreiber Cable & Wireless gegeben haben. Letzterer wurde im Jahr 2012 von Vodafone für eine Milliarden Euro übernommen. Neben Cable & Wireless sind sieben weitere Unternehmen genannt, die den Geheimdiensten offenbar eifrige Dienste geleistet haben sollen.

Vodafone will bisher den Eindruck erwecken, von den Codenamen der Tochterfirma und den Geheimdienstoperationen keine Kenntnis zu haben. Die veröffentlichen Dokumente legen nahe, dass Daten in enormem Ausmaß ausgeleitet wurden. Auch Geldflüsse werden in den Snowden-Dokumenten erwähnt, was wiederum darauf schließen lässt, dass es möglicherweise keine gesetzlich verpflichtete, sondern eine sehr freiwillige Zusammenarbeit gegeben haben könnte.

Dr. Sandro Gaycken, IT-Sicherheitsberater und Mitarbeiter der Freien Universität Berlin, sagte dazu: „Wahrscheinlich wurde Vodafone zur Kooperation gezwungen und dann hat man sich gedacht: Wenn wir schon kooperieren müssen, können wir daraus auch gleich ein Geschäft machen.“ Weil es für die Zeit nach 2012 keine entsprechenden Dokumente von Snowden gibt, lässt sich nicht mit Gewissheit sagen, ob die Zusammenarbeit mit dem Geheimdienst unter Vodafone fortgesetzt worden ist.

Dennoch liegen bemerkenswerte Dokumente vor, die den Eindruck erwecken, dass GCHQ sich mithilfe von Vodafone in ein Unterseekabel eingehackt hat, das Großbritannien mit Afrika, dem Nahen Osten und Asien verbindet. Auch deutsche Daten sollen durch dieses Kabel fließen.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hatte im letzten Jahr alle Mobilfunkbetreiber dazu aufgefordert, Auskunft darüber zu geben, ob Daten ins Ausland abgeleitet wurden. Zu Vodafone heißt es einem Schreiben aus dem Jahr 2013: „Die Selbstauskunft von Vodafone Deutschland lässt für mobile Kommunikation innerhalb des deutschen Rechtsraums bislang keinen eindeutigen Schluss zu, ob der Zugriff auf bzw. die Ausleitung von Metadaten (bspw. "Billing Informationen") oder SMS in ausländische Rechtsräume unterbleibt.“

Das sollte jeden Kunden aufhorchen lassen.

Letzte Änderung am Sonntag, 23 November 2014 02:57
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