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Das Geheimnis der Cro-Maske

Vom Sarrazin zum Panda

Freitag, 10 Oktober 2014 14:41 geschrieben von  Johann W. Petersen
Panda Maske Panda Maske

Magdeburg - Der Rapper Cro (bürgerlich: Carlo Waibel) zählt momentan zu den angesagtesten Vertretern seines Genres in Deutschland. Was der 24-Jährige anfasst, wird zu Gold: Mit seinen beiden Alben „Raop“  (2012) und „Melodie“  (2014) landete er auf Platz eins der deutschen Charts, nach seiner Debüt-Single „Easy“ im Jahr 2011 stand er zuletzt auch mit „Whatever“ und „Traum“ ganz oben in den Bestenlisten.

Mit seinen Texten unterscheidet sich der gelernte Mediendesigner erheblich von Hip-Hop-Kollegen wie Bushido. Die Verherrlichung von Drogen, Gewalt und Sex ist nicht seine Sache. Viel lieber lässt er in Richtung der sogenannten Gangster-Rapper schon mal die eine oder andere ironische Bemerkung fallen. Aber schließlich ist Cro ja auch nicht in der Aggro-Hauptstadt Berlin, sondern im beschaulichen Mutlangen aufgewachsen. Ein echter Schwabe also.

Wie Cro zu seiner markanten Panda-Maske gekommen ist, verrät eine nun auf der Frankfurter Buchmesse vorgestellte Biografie mit dem Titel „Easy does it: CRO, die Maske und der ganze Rest“, die nicht von ihm selbst, sondern von Sebastian A. Schweizer, Gründer des Cro-Plattenlabels Chimperator, und Markus Brückner, besser bekannt als Cros DJ Psaiko Dino, verfasst wurde. Der Rapper selbst hat ein Vorwort beigesteuert.

Schweizer und Brückner erzählen: Das Ganze war anfangs ein Marketing-Gag, um Cro als geheimnisvollen Neuling „ohne Identität“ für die Medien interessanter zu machen. Mittlerweile ist es dem neuen Star am Hip-Hop-Himmel ganz recht, dass man sein Gesicht nicht kennt, weil er sich so frei und ohne den üblichen Rummel in der Öffentlichkeit bewegen kann. Bei seinem ersten kleinen Club-Auftritt trat der Schweizer dann allerdings noch nicht als Pandabär auf, sondern mit einer Thilo-Sarrazin-Maske.

Erst später entschied er sich eher zufällig für den Panda, der ihm optisch am besten gefallen habe. „Die Schnauze verkleinert, die Seiten umgeklappt, ein paar grafische Elemente drauf – zack, da war das Ding. Der Rapper mit der Panda-Maske“, heißt es in dem Buch. Warum er als grafisches Element auf der Maske ausgerechnet ein umgedrehtes Kreuz verwendet, beantwortet Cro allerdings ebenso wenig wie die Frage, ob der Auftritt mit der Sarrazin-Maske als Hommage oder als Verulkung des streitbaren „Deutschland schafft sich ab“-Autors gemeint war.

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