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"Bitte möglichst bunte Kleidung tragen!“

Zell am See läßt Benimm-Regeln an arabische Feriengäste verteilen

Mittwoch, 11 Juni 2014 16:39 geschrieben von  Jens Hastreiter
Zelle am See von Bestzeller Zelle am See von Bestzeller Quelle: wikimedia.org

Wien - Auch im österreichischen Zell am See und Umgebung treten in den Sommermonaten verstärkt Urlauber aus dem arabischen Raum auf. Ganz unproblematisch ist das nicht, weshalb eine neue Broschüre die Besucher nun auf das richtige Verhalten im Pinzgau hinweisen soll.

Obwohl Araber viel Geld in der Region Zell am See/Kaprun lassen, stoßen sie bei vielen Einheimischen auf Vorbehalte. Im Jahr 2013 gab es in der Urlaubsregion 275.000 Übernachtungen arabischer Gäste, und zwar fast ausschließlich im Sommer. Tourismus-Chefin Renate Ecker sagt, dass zwischen Mai und Oktober ein Viertel aller Gäste Araber seien. Hinter den bundesdeutschen Gästen seien die Araber die zweitstärkste Gruppe. Im August seien stattliche 36 Prozent der Gäste Araber. „Die meisten von ihnen kommen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und aus Saudi-Arabien", erklärt Ecker. Sie bleiben mehrere Wochen. Einige Hotels beherbergen im Sommer fast ausschließlich Araber und stellen sich mit eigenen Köchen darauf ein.

Es gebe allerdings auch Hotelbetriebe, die Gäste in Burka nicht zuließen. Denn die schwarze Vollverschleierung der Frauen ist der Hauptgrund, warum Araber in der Region häufig auf Ablehnung stoßen. Bürgermeister Peter Padourek (ÖVP) sieht ein Problem darin, wenn eine einzelne Gästenation so massiv auftrete. „Bei den Arabern ist das massive Auftreten durch die Burka sichtbar. Das sorgt für Irritationen bei Einheimischen und Gästen. Die Gäste aus den übrigen Ländern haben ein anderes Bild von unserer Region im Kopf“, sagt Padourek.

Der Chef der Schmittenhöhebahnen, Erich Egger, ergänzt, viele Gäste aus anderen Ländern fühlten sich durch das Erscheinungsbild der arabischen Gäste abgeschreckt. „Beherberger berichten, dass ihnen die anderen Gäste sagen, sie würden nicht mehr wiederkommen." Das ist mittlerweile auch in Hotelbewertungen von Gästen im Internet nachzulesen.

Neben der Ganzkörperverschleierung gibt es noch andere Probleme. Die arabischen Gäste lassen häufig Müll liegen. Auch ihr Verhalten im Straßenverkehr soll schon Besprechungen zwischen Polizei und Tourismusverband erforderlich gemacht haben - viele fahren zu schnell, parken überall und schnallen ihre Kinder nicht an. 2013 starb ein arabisches Kleinkind, das nicht gesichert war, bei einem Auffahrunfall.

Deshalb wurde nun die neue, sechsseitige Broschüre mit dem Titel „Where Cultures Meet“ konzipiert, die arabischen Gästen seit Mai ausgehändigt wird. Sie soll nach dem Wunsch der Touristik-Manager das Zusammenleben mit der ortsansässigen Bevölkerung verbessern. Den Arabern soll zum Beispiel vermittelt werden, daß das Kochen in den Hotelzimmern unerwünscht ist. Auch sollen die Gäste ihren Abfall in Mülleimer werfen, möglichst bunte Kleidung tragen, sich beim Autofahren anschnallen und im Urlaub, wenn sie sich in Österreich befinden, generell freundlich auftreten.

Auch soll den arabischen Damen vermittelt werden, dass die Burka kein adäquates Kleidungsstück für Bergwanderungen ist.

Erich Egger sagt: „Wir begrüßen alle Gäste, aber es muss möglich sein, ihnen Spielregeln zu vermitteln. Wenn sie sich anpassen, würde das die Akzeptanz erhöhen." Das ist das Ziel der Broschüre, an der unter anderem der Tourismusverband, die Polizei und die österreichisch-arabische Handelskammer mitgearbeitet haben.

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