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Auch Jean Claude Juncker hält an Verbraucherbeglückung fest

Ökodesign-Richtlinie: Brüssel plant weitere Verbote für Haushaltsgeräte

Mittwoch, 27 August 2014 13:15 geschrieben von  Susanne Hagel
Jean-Claude Juncker Jean-Claude Juncker Quelle: wikimedia.org | CC BY 2.0

Brüssel - Trotz massiver öffentlicher Kritik, plant die Europäische Kommission weitere Verbote und Auflagen für diverse energieverbrauchende Geräte. Demnächst wolle sie entscheiden, welche Produkte zukünftig reguliert werden sollen. Zur Wahl stünden laut einem internen Arbeitspapier Fitnessgeräte, Akkuschrauber, Föhne, Rasenmäher, Smartphones, Videoprojektoren, Aufzüge, Gewächshäuser, Verstärker, Heizungen für Schwimmbecken, Wasserkocher, Zubehör für Aquarien, Sandstrahlreiniger und diverse Küchengeräte.

2007 wurde das Energiesparziel von 20 Prozent bis zum Jahr 2020 beschlossen. Im Zuge dessen soll die Ökodesign-Richtlinie dabei helfen, den Energieverbrauch von Geräten in Haushalt und Industrie zu senken. Zukünftig solle sie noch weiter gefasst werden: dann stünde auch der Verbrauch von Ressourcen insgesamt im Mittelpunkt. So solle es dann beispielsweise Vorgaben geben, wie etwa Entwürfe für Smartphones beschaffen sein müssen, damit möglichst viele der seltenen Rohstoffe, die bei der Herstellung verwendet werden, wiedergewonnen werden können.

Die endgültige Entscheidung über die Produkte, welche in das Arbeitsprogramm 2015 bis 2017 aufgenommen werden, solle im kommenden Jahr fallen. Die EU-Kommission treffe die Auswahl in enger Abstimmung mit den Mitgliedstaaten und der Industrie, um dann gemeinsam mit den zuständigen nationalen Behörden und den betroffenen Branchen Mindestanforderungen für den Energie- bzw. Ressourcenverbrauch der betroffenen Produkte zu erarbeiten. Es sei jedoch unwahrscheinlich, dass die Liste wesentlich gekürzt würde, so Energiekommissar Günther Oettinger. Um das im Juli vorgeschlagene, neue europäische Energiespargesamtziel von 30 Prozent für das Jahr 2030 zu erreichen, würden wohl all die vorgeschlagenen Produkte reguliert.

Protest aus Berlin an der europäischen Energiesparwut ist indes nicht zu erwarten: wurde doch das wohl umstrittenste faktische Verbot der klassischen Glühbirne unter Angela Merkel (CDU) sogar stark vorangetrieben. Außerdem findet sich ein entsprechender Passus zum Mittragen des EU-Ansatzes, der die Industrie zur Produktion energiesparender Modelle zwingt, in der aktuellen Koalitionsvereinbarung von SPD und Union.

Nächste Woche treten die neuen Auflagen für Staubsauger in Kraft: bis 2017 dürfen dann nur noch Geräte mit einer Spitzenleistung von weniger als 1600 Watt verkauft werden, bevor diese dann weiter auf 900 Watt gedrosselt werden. Im November folgen die Wäschetrockner nach: fortan gibt es dann ein energiesparendes „Standard-Baumwollprogramm“. Ab Januar 2015 geht es den Warmhalteplatten von Kaffeemaschinen an den Kragen, welche spätestens nach 40 Minuten automatisch abschalten müssen. Damit nicht genug folgen ab Februar dann auch noch neue Regeln für Backöfen, Kochfelder und Dunstabzugshauben.

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