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Marine Le Pen spricht Klartext

„Der Euro ist ein Kadaver“

Donnerstag, 04 Dezember 2014 20:52 geschrieben von  Johann W. Petersen
Marine Le Pen Marine Le Pen Quelle: politikis.si

Magdeburg - In einem Interview mit der „Rheinischen Post“ hat die am vergangenen Wochenende mit einem Traumergebnis von 100 Prozent wiedergewählte Parteivorsitzende des Front National, Marine Le Pen, den Euro als einen „Kadaver“ bezeichnet, „den man versucht, mit Milliardenkosten künstlich am Leben zu halten“. Notwendig sei daher, aus der europäischen Gemeinschaftswährung auszusteigen „und im Rahmen einer internationalen Absprache zu den nationalen Währungen zurückzukehren“.

Nicht nur für Frankreich, sondern für alle beteiligten Staaten habe sich der Euro als Fehlschlag erweisen. „Deutschland zieht daraus zwar auch Nutzen, aber wie viel kostet die Rettung des Euro? Wie lange wird Deutschland noch akzeptieren, für die Gemeinschaftswährung zu zahlen? Diese Fragen dürfen nicht tabu sein“, so die erfolgreiche Rechtspolitikerin.

Mit der von der deutschen Bundesregierung für Europa geforderten Sparpolitik ging Le Pen hart ins Gericht. Hierzu erklärte sie gegenüber der „Rheinischen Post“: „Ich werde Deutschland nicht dafür verurteilen, dass es seine Interessen vertritt. Es hat das Recht dazu, aber wir haben auch das Recht, uns dieser Politik zu widersetzen. Die Politik, die Frankreich auferlegt wird, ist gleichzeitig dumm und wirkungslos. Sie hat bereits zum Bankrott Griechenlands geführt, zu einer furchtbaren Situation in Spanien, Italien und Portugal und bald auch in Frankreich. Sie ist wirkungslos, weil sie die Defizite nicht verringert und die Schulden auch nicht.“

Ein Aufschwung könne nur mit mehr Beschäftigung erreicht werden, womit die Front-National-Chefin nicht zuletzt auch eine Ausweitung des öffentlichen Beschäftigungssektors meint, der einem strikten Sparkurs natürlich entgegenstünde. Wirtschafts- und sozialpolitisch steht der Front National unter Marine Le Pen, anders als noch bei ihrem Vater, links von den regierenden Sozialisten.

Zum Thema Zuwanderung erklärte Marine Le Pen schließlich: „Es ist doch offensichtlich, dass wir nicht weiter Menschen aufnehmen können, denen wir nichts zu geben haben. Wir haben nicht die Mittel, sie zu unterhalten, wir haben ihnen keine Arbeit zu bieten, wir haben keine Wohnungen zu vergeben. Der Pragmatismus und der gesunde Menschenverstand verlangen, dass wir ‚Stopp‘ sagen.“ Das gilt sicherlich nicht nur für Frankreich.

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