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Schloß Maretsch in Bozen

8. Landesversammlung der Süd-Tiroler Freiheit – Weißbuch zur Selbstbestimmung angekündigt

Dienstag, 21 Oktober 2014 03:53 geschrieben von  Rüdiger Dietrich
Schloss Maretsch (Nordansicht) in Bozen Südtirol Schloss Maretsch (Nordansicht) in Bozen Südtirol Quelle: wikimedia.org | CC BY 3.0

Bozen - Am vergangenen Samstag, den 18. Oktober beging die Süd-Tiroler Freiheit ihre 8. ordentliche Landesversammlung im Schloß Maretsch in Bozen. Unter vielen Ehrengästen mit dabei war auch die galizische Europaparlamentarierin Ana Maria Miranda Paz, Vizepräsidentin der Europäischen Freien Allianz (EFA) und Mitglied der Partei „Bloque Nacionalista Galego“. Paz, die in Santiago, Passau und Löwen Jura und Europäisches Recht studiert, sprach in einem Grußwort die Solidarität aller europäischen Unabhängigkeitsbewegungen aus und stellte fest, daß es um mehr gehe, als um Geographie. Ebenfalls zu Wort kam die Junge Süd-Tiroler Freiheit, um ihre Aktivitäten vorzustellen, wobei insbesondere die landesweite Disko-Tour während des letzten Landtagswahlkampfs hervorgehoben wurde. Die beiden Landesjugendsprecher Benjamin Pixner und Hannes Innerhofer informierten mit Blick auf ihre anstehenden Planungen über ihr derzeitiges Engagement, junge Mitglieder für die anstehenden Gemeinderatswahlen zu gewinnen. Die noch laufende Aktion “Flagge zeigen für Tirol” werde, wie zu vernehmen war, zusammen mit Mitgliedern in Nord-Tirol weitergeführt, um auch in Nord-Tirol eine Jugendgruppe aufzubauen, welche dann intensiv mit jener in Süd-Tirol zusammenarbeiten solle.

Als externer Hauptreferent der diesjährigen Landesversammlung der Süd-Tiroler Freiheit war Prof. Daniel Turp aus Québec geladen. Der Professor für Völkerrecht und ehemalige Abgeordnete zum kanadischen Parlament strich in seinem Referat deutlich hervor, daß ein Staat nicht auf seine territoriale Integrität beharren könne, wenn ein Volk in selbigem die Unabhängigkeit wünsche. Als ein weiterer ganz konkreter Schritt in Richtung Selbstbestimmung ist die Aktion der Süd-Tiroler Freiheit, bis zum 30. Mai 2015 via postalischer Zusendung oder die eigens eingerichtete Internetseite www.selbstbestimmung.com sämtliche auftretenden Fragen aus der Bevölkerung um das Thema Durchführung eines Referendums zu sammeln und von Fachleuten einer beantwortenden Klärung zuführen zu lassen, um im Ergebnis daraus ein sogenanntes Weißbuch zu Selbstbestimmung aufzulegen.

Im Zuge der Versammlung wurden auch von Stefan Zelger gemachte Aufnahmen aus der schottischen Hauptstadt Edinburgh gezeigt, welche die zivilisierten Abläufe um das schottische Referendum seitens der abstimmenden Teilnehmer sichtbar machten, um den schottischen Beweis dafür zu liefern, daß man die großen Fragen der Politik durchaus den Menschen anvertrauen könne. Darüber hinaus legten die Landtagsabgeordneten den Anwesenden noch Rechenschaft über ihre Parlamentsarbeit ab, wobei die „Grande Dame“ der Südtiroler Volkstumspolitik Dr. Eva Klotz unter anderem ausführte: „Die gründliche Analyse des Rechtsgutachtens des Internationalen Gerichtshofes zur Unabhängigkeit des Kosovo widerlegt die Behauptung, daß das Völkerrecht eine Sezession verbiete.“ Der Fraktionsvorsitzende Sven Knoll wies in seinem Vortrag auch darauf hin, daß die Schließung von Geburtenabteilungen, Jugendarbeitslosigkeit und niedere Renten eine direkte Folge der Zugehörigkeit zu Italien seien.

Die Versammlung führte noch zu Tage, daß die noch junge Bewegung inzwischen über 3700 Mitglieder zählt und im lauf des letzten Jahres einen Zuwachs von 212 Neumitgliedern verzeichnen konnte, wobei das Durchschnittsalter bei gerade einmal 38,6 Jahren liegt, woraus sich ein hohes Maß an Dynamik und Agilität der Bewegung zurückführen lassen dürfte. Mit der Landeshymne „Zu Mantua in Banden“ endete die diesjährige Landesversammlung der Süd-Tiroler Freiheit.

Letzte Änderung am Dienstag, 21 Oktober 2014 04:00
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