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Chaotische Führung durch Alexander Gauland

AfD Brandenburg mutiert zur Chaos-Truppe

Montag, 06 Oktober 2014 06:28 geschrieben von  Torsten Müller
Alexander Gauland Alexander Gauland Quelle: AfD

Potsdam - Die AfD versuchte sich bis vor Kurzem noch als seriöse Alternative zu den restlichen Parteien darzustellen. So galt sie als Professorenpartei, in deren Reihen fast ausschließlich renommierte Persönlichkeiten Platz gefunden haben. Doch die Realität sieht offenbar ganz anders aus. Streit und Intrigen hinter den Kulissen, Fraktionsausschlüsse schon zwei Wochen nach der erfolgreichen Landtagswahl in Brandenburg und fast schon peinliche Versuche, sich von jeglichem rechten Gedankengut zu distanzieren.

Nachdem der Stiefsohn des AfD-Spitzenkandidaten Alexander Gauland, Stefan Hein mit einer Indiskretion gegenüber dem „Spiegel“ dafür gesorgt hat, dass bekannt wurde, dass die noch gar nicht gegründete Fraktion vier ihrer Mitglieder loswerden wolle, weil diese früher in rechten Parteien gewesen sind, hatte Hein eigentlich angekündigt, auf das Mandat zu verzichten, da das Vertrauen zu ihm zerstört sei. Doch der potentielle Nachrücker Jan-Ulrich Weiß wurde nun auch aus der Fraktion ausgeschlossen, weil er auf seinem Facebook-Profil angeblich eine antisemitische Karikatur veröffentlicht haben soll.

Nun geht die Posse weiter. Stefan Hein ruderte nun zurück und will sein Landtagsmandat doch annehmen, um den Einzug von Weiß zu verhindern. Es ist rechtlich fraglich, ob dies nun noch möglich ist, aber laut eigener Aussage habe er dem Landeswahlleiter seinen Mandatsverzicht noch nicht erklärt, weshalb er weiterhin Mitglied des Brandenburger Landtags sei.

Hein würde – ebenso wie Weiß, wenn er nachgerückt wäre – dem Landtag als fraktionsloses Mitglied angehören, da Gauland ihn nicht zurück in der AfD-Fraktion haben will. Gauland dazu wörtlich: „Ich bin sehr enttäuscht über den Wortbruch von Stefan Hein. Für mich ist eine Lösung so schlimm wie die andere. Hein hat mich belogen und die Fraktion hintergangen. Das ist unverzeihlich.“

Die AfD kommt bisher überhaupt nicht dazu, politische Akzente zu setzen. Weil die Partei ein ideologischer und politischer Gemischtwarenladen ist, ist sie nun mit der Heterogenität ihres Personals überfordert. Hinzu kommt das Geschacher um Posten und bezahlte Positionen, das der Partei offenbar schon jetzt schwer zu schaffen macht.

Da es in der künftigen AfD-Fraktion allein fünf Personen geben wird, die früher in rechten Parteien gewesen sind, darüber hinaus eine, die mit zahlreichen rechten Politikern enge Kontakte pflegte und möglicherweise noch immer pflegt, ist weiterer Ärger schon vorprogrammiert.

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