www.derfflinger.de

Freigegeben in Politik

Keine Zusammenarbeit mit den Dresdner Islamkritikern

AfD-Chef Lucke erteilt PEGIDA Abfuhr

Samstag, 17 Januar 2015 23:10 geschrieben von  Johann W. Petersen
Prof. Dr. Bernd Lucke Prof. Dr. Bernd Lucke Quelle: alternativefuer.de

Dresden - Der Sprecher der Alternative für Deutschland (AfD), Bernd Lucke, hat einer Zusammenarbeit seiner Partei mit der PEGIDA-Bewegung eine Absage erteilt. In einem Interview mit „Spiegel Online“ antwortete Lucke auf die Frage, ob es eine solche Kooperation geben werde, mit „Nein“.

Lucke distanzierte sich dabei vor allem von Transparenten bei PEGIDA-Demonstrationen, auf denen durchgestrichene Moscheen zu sehen sind. „Damit möchte ich absolut nichts zu tun haben“, so Lucke. Die AfD bekenne sich „klar zu Religionsfreiheit“. Gleichzeitig stellte er fest: „Aber die große Mehrheit der Demonstranten trägt diese Schilder nicht. Da sollte man dann angesichts der großen Zahl doch auch einmal zuhören und sich überlegen, ob sie berechtigte Anliegen haben.

Zu dem Treffen der sächsischen AfD-Chefin Frauke Petry und anderen Mitgliedern ihrer Landtagsfraktion mit Vertretern von PEGIDA erklärte Lucke: „Frau Petry hat klar gesagt, dass es keinen Schulterschluss zwischen AfD und Pegida gibt. Das sehe ich genauso. Aber wir hören uns an, welche Probleme Pegida sieht, prüfen, ob da was dran ist und welche Lösungen es gibt.“

Auch zu den Vorwürfen seines Vizes Hans-Olaf Henkel, in der AfD gebe es „Ideologen, Goldgräber und Karrieristen“ sowie Verschwörungstheoretiker, für die er sich schäme, nahm Lucke Stellung, wenn auch nur ausweichend: „Ideologen, Goldgräber und Karrieristen gibt es überall. Gerade die Altparteien haben haufenweise Karrieristen. Eine junge Partei zieht wahrscheinlich stärker Verschwörungstheoretiker an. Da geistern ja abenteuerliche Theorien durchs Internet, und manche Menschen nehmen das für bare Münze. Da haben politische Parteien sicherlich auch einen Weiterbildungsauftrag.“

 

Schließlich befragte „Spiegel online“ den AfD-Bundessprecher auch zum Ukraine-Konflikt und den Meinungsunterschieden mit dem Brandenburger Landes- und Fraktionschef Alexander Gauland. „Die Ukraine-Krise ist ein schwieriger, vielschichtiger Konflikt, der in der AfD in der Tat unterschiedlich beurteilt wird“, räumte Lucke ein. Es sei richtig, dass Gauland und er unterschiedliche Akzente setzten. „Aber auch Herr Gauland steht für die Westbindung Deutschlands, für die Mitgliedschaft in der Nato. Auch er hält die Annektierung der Krim für völkerrechtswidrig“, so Lucke.

Artikel bewerten
(7 Stimmen)
Schlagwörter: