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Erfurt

AfD-Demo erhält weiter Zulauf

Freitag, 09 Oktober 2015 19:14 geschrieben von  Susanne Hagel
Björn Höcke Björn Höcke Bildschirmfoto vom 08.05.2015 | http://www.bjoern-hoecke.de/

Erfurt - Wieder haben am Mittwochabend mehrere tausend Menschen in Erfurt gegen die Asylpolitik in Deutschland demonstriert. Nach offiziellen Polizeiangaben stieg die Zahl im Vergleich zur Vorwoche um dreitausend Teilnehmer auf 8.000 Demonstranten an.

Die Thüringer AfD-Spitze um Björn Höcke, die die Demonstration veranstaltet, hatte dieses Mal den Brandenburger Fraktionschef und Bundesvorsitzenden der Partei, Alexander Gauland und den Landesvorsitzenden der AfD Niedersachsen, Armin-Paul Hampel als Gastredner eingeladen.

Höcke erklärte in seiner Rede: „Der Rechtsanspruch auf Asyl kann in seiner jetzigen Form nicht aufrechterhalten werden.“ Man könne Asylsuchenden höchstens Schutz für eine bestimmte Zeit gewähren, eine dauerhafte Integration hingegen nicht.

Gauland lobte den ungarischen Regierungschef Viktor Orbán für die Errichtung des Grenzzauns. Orbán sollte den Karlspreis, der für besondere Verdienste um die europäische Einigung verliehen wird, erhalten, so Gauland. „Lassen Sie sich nicht einreden, dass Mauern nichts bringen“, sagte er an die Demonstranten gewandt. Auch Deutschland müsse nun „die Grenzen dichtmachen“ und schneller abschieben. „Es wird Zeit, dass wir das Schicksal des deutschen Volkes, damit es ein deutsches Volk bleibt, aus den Händen dieser Bundeskanzlerin nehmen.“

Auf der Gegenseite versammelten sich etwa 800 Personen, die dem Aufruf einiger Parteien und Initiativen gefolgt waren. Im Gegensatz zur vergangenen Woche war die Polizei an diesem Mittwochabend gezwungen, die Gegendemonstration aufzulösen, nachdem diese mehrfach Steine und Böller auf die AfD-Demonstranten geworfen hatten.

Die Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Katrin Göring-Eckardt, warf den Veranstaltern der AfD vor, sich auf Kosten der Flüchtlinge profilieren zu wollen. So forderte alle Thüringer auf, nun Haltung zu zeigen. Höcke konterte in seiner Rede und warf den Abgeordneten aus Thüringen, die sich in der vergangenen Woche bereits an den Gegendemonstrationen beteiligt hatten, vor, „Demokratie-Verhinderer“ zu sein. Die Meinungsfreiheit in Deutschland sei „existenziell gefährdet“. Es sei an der Zeit diese mittels Demonstrationen wieder zurückzuerobern.

In der kommenden Woche wird es keine Veranstaltung in der Thüringer Landeshauptstadt geben. Die AfD will stattdessen in Magdeburg demonstrieren. In zwei Wochen soll dann die Vorsitzende der Partei, Frauke Petry, in Erfurt sprechen.

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