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"Ich bin kein Rechter“

AfD-Parteichef Bernd Lucke will schnellere Parteiausschlüsse

Donnerstag, 04 Dezember 2014 19:27 geschrieben von  Johann W. Petersen
Prof. Dr. Bernd Lucke Prof. Dr. Bernd Lucke Quelle: alternativefuer.de

Magdeburg - In einem am Donnerstag erscheinenden Interview mit dem Magazin „Stern“ grenzt sich AfD-Sprecher Bernd Lucke nicht nur explizit von rechtem Gedankengut ab, sondern geht erneut mit einem Teil der eigenen Mitgliedschaft hart ins Gericht.

Der beurlaubte Hamburger Ökonomieprofessor und Europaabgeordnete bekundet in dem Gespräch, dass er „überhaupt kein Rechter“ sei. Wer „rechtsradikale Meinungen“ in der Partei äußere, „der fliegt raus“. Um solche Mitglieder schneller aus der Partei entfernen zu können, schlägt der AfD-Chef, dem von Kritikern ein diktatorischer Führungsstil vorgeworfen wurde, sogar eine Änderung des Parteiengesetzes vor. Er würde es begrüßen, wenn die gesetzliche Grundlage so geändert würde, dass ein Mitglied „einfach per Beschluss des Vorstandes ausgeschlossen werden könnte“, so Lucke gegenüber dem „Stern“.

Die AfD sei eine junge Partei, „Exoten gehören zu einer Parteigründung“, meint Lucke, der in diesem Zusammenhang an die Anfangstage der Grünen erinnert: „Da gab es Anarchisten, Kommunisten, Terroristenfreunde – so hieß es. Die ganze Partei wurde diskreditiert.“ Seine Partei sei noch nicht etabliert und deswegen Objekt der Häme. „Aber ich denke, wir sind trotz allem auf gutem Weg.“ Es gebe keine Grabenkämpfe und keinen Mehrfrontenkrieg bei der AfD, so Lucke, der dabei ausblendet, dass gegen ihn mittlerweile sogar mehr oder minder offene Putschbestrebungen laufen.

Offenbar sehnt sich der AfD-Chef sogar nach seiner früheren politischen Heimat zurück. Er gehörte 33 Jahre lang der CDU an. Hätte Angela Merkel auf seinen Rat bei der Europolitik gehört, „wäre ich tatsächlich in der CDU geblieben“, so Lucke in dem „Stern“-Interview. Mit anderen Worten: An der CDU stören ihn nur Griechenland-Rettung, EFSF und ESM, mit der Preisgabe anderer politischer Grundwerte, für die die Christdemokraten einst standen, z. B. im Bereich der Familien- oder Zuwanderungspolitik, hat er offenbar kein Problem. Ob das Vertreter des rechtskonservativen AfD-Flügels wie Beatrix von Storch, Alexander Gauland oder Björn Höcke auch so sehen?

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