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Brüsseler Juden sehen sich bedroht

Aggressive Muslime: Traditionsreiche Maimonides-Schule steht vor dem Aus

Freitag, 30 Mai 2014 17:38 geschrieben von  Jens Hastreiter
Aggressive Muslime: Traditionsreiche Maimonides-Schule steht vor dem Aus Bild: rudolf ortner / pixelio.de

Brüssel - In der ukrainischen Hauptstadt Kiew fühlen sich Juden seit kurzem nicht mehr sicher, seitdem dort nationalistische Schlagetots die Stadt unsicher machen. Die jüdische Gemeinde, berichteten Medien, hat inzwischen ihren eigenen Sicherheitsdienst etabliert, um sich gegen antisemitische Übergriffe wenigstens notdürftig schützen zu können.

Brüssel ist nicht nur die Hauptstadt Belgiens, sondern auch Sitz der EU-Verwaltung und sozusagen EU-Hauptstadt. Umso erstaunlicher ist es, dass sich ausgerechnet dort Juden inzwischen ebenfalls nicht mehr sicher fühlen. Die örtlichen Medien registrierten mit Befremden, dass die älteste jüdische Schule in Brüssel, die Maimonides-Schule, die ihren Sitz in der Brüsseler Innenstadt hat, jetzt vor dem Aus steht.

In Brüssel sind es aber nicht Rechtsextremisten, die der jüdischen Gemeinde das Leben schwermachen, sondern Muslime. Die Maimonides-Schule wurde 1947 als Zeichen der Wiederkehr des jüdischen Lebens errichtet – jetzt sieht sie ihr Überleben durch aggressive Muslime bedroht. Der fragliche Stadtteil in der  Brüsseler Innenstadt hat sich über die Jahre hinweg zu einem Brennpunkt der Islamisierung entwickelt. Der Zuwandereranteil ist hoch. Längst sehen sich Juden wachsenden Anfeindungen ausgesetzt. Die Folge ist, dass Juden wegziehen und damit auch die Maimonides-Schule in einer prekäre Situation bringen. Das Ende ist absehbar.

Joel Rubinfeld, selbst ehemaliger Absolvent der Maimonides-Schule und Vize-Vorsitzender des European Jewish Parliament, erklärte dieser Tage in einem Interview mit der „Times of Israel“: „Die Geschichte von Maimonides ist die Geschichte der jüdischen Community von Brüssel und ihres wachsenden Unbehagens.“ An die Stelle der jüdischen Bevölkerung des Stadtteils träten seit Jahren verstärkt muslimische Zuwanderer. Der Nahost-Konflikt habe den Antisemitismus im Stadtteil geschürt.

Viele jüdische Eltern schicken ihre Kinder deshalb lieber an andere Schulen. Die Zahl der Anmeldungen geht zurück, und die Schulden der Schule bei der Stadt liegen inzwischen bei acht Millionen Dollar; auch deshalb, weil die Maimonides-Schule mittlerweile ein akutes Sicherheitsproblem hat und sich einen kostspieligen Bewachungsdienst leisten muss. Als letzter Ausweg erscheint nun der Umzug in einen der Vororte Brüssels. Anders als die Maimonides-Schule befinden sich die beiden anderen jüdischen Bildungseinrichtungen der Stadt in den vergleichsweise gutsituierten Außenquartieren Uccle und Forest, wo auch die meisten der rund zehntausend Brüsseler Juden leben.

Die Brüsseler jüdische Gemeinde steht mit ihren Problemen übrigens nicht allein da. Auch in anderen Ländern sehen sich jüdische Einrichtungen wachsenden Anfeindungen vonseiten der immer größer werdenden muslimischen Bevölkerung ausgesetzt. Auch in Berlin kam es erst im August zu einem Übergriff auf einen Rabbiner durch Jugendliche mit „Migrationshintergrund“.

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