www.derfflinger.de

Freigegeben in Politik

Bundesverkehrsministerium

Alexander Dobrindt (CSU): "Digitale Planung soll Baupannen künftig verhindern"

Donnerstag, 17 Dezember 2015 22:25 geschrieben von  Susanne Hagel
Bundesminister Alexander Dobrindt Bundesminister Alexander Dobrindt Quelle: Bundesregierung / Kugler

Berlin - Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) will Baudebakel wie den Berliner Flughafen BER künftig mithilfe digitaler Planung vermeiden. Building Information Modeling (BIM) soll vor allem Großprojekte zunächst am Computer bauen lassen und so Planungsfehler frühzeitig erkennen können.

„Die Datenmengen werden alle miteinander vernetzt und stehen allen am Bau Beteiligten auch gleichermaßen zur Verfügung“, erklärte Dobrindt am Dienstag bei der Vorstellung des Projektes in Berlin. Sobald an einer Stelle Änderungen vorgenommen würden, seien diese in Echtzeit bei allen am Projekt Beteiligten zu erkennen – ebenso wie die Auswirkungen der Änderungen.

Das Verfahren soll nun in die Testphase gehen: Zunächst sollen einige Bahntunnel und Autobahnen damit gebaut werden. Ziel sei es, BIM ab 2020 verpflichtend für alle vom Bundesverkehrsministerium vergebenen Aufträge zu verwenden. „Wir wollen Vorreiter sein“, bekräftigte Dobrindt sein ehrgeiziges Ziel. Zuvor sei jedoch noch viel „Aufholarbeit“ nötig. So arbeite man etwa in England bereits viel länger mit dem BIM.

Zunächst werde das Ministerium das Projekt mit 25 Millionen Euro unterstützen. Es lasse sich nur schwer vorhersagen, wie viele Kosten damit später eingespart werden können, so der CSU-Politiker. „Alle wissen, welche Vorteile, welche Qualitätssteigerung, welche Kostenersparnis und welche Termintreue durch BIM entstehen wird“, zeigte sich der Minister überzeugt. Solche Pannenprojekte wie der BER in Berlin könnten damit der Vergangenheit angehören.

Der Verband der Deutschen Bauindustrie begrüßte den Vorstoß Dobrindts. „BIM ist zentral, um Kosten- und Zeitüberschreitungen bei Großprojekten zu vermeiden“, sagte Hauptgeschäftsführer Michael Knipper. „Daher kommt es darauf an, dass alle Beteiligten, insbesondere die öffentlichen Auftraggeber, den vorliegenden Umsetzungsfahrplan nutzen und die Schaffung notwendiger Grundlagen vorantreiben.“

Auch die Bundesarchitektenkammer zeigte sich vom Nutzen von BIM überzeugt, kritisierte jedoch die Auswahl der Testprojekte, die allesamt lediglich aus dem Straßenbau stammen. „BIM bietet große Chancen. Dabei ist es zur Sicherung der Qualität unerlässlich, dass Architekten mit ihrem Überblick den Planungsprozess an zentraler Stelle steuern“, erklärte Barbara Ettinger-Brinckmann, die Präsidentin der Bundesarchitektenkammer. „Wir wünschten uns, dass auch reine Hochbauprojekte ausgewählt worden wären. Außerdem müssten noch Fragen über die Haftung, Versicherung, Honorierung und die Urheberschaft geklärt werden, gab sie zu bedenken.

Artikel bewerten
(1 Stimme)