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Asylkrise

Amtsärzte beklagen Überlastung

Montag, 18 Januar 2016 19:53 geschrieben von  Susanne Hagel
Amtsärzte beklagen Überlastung Amtsärzte beklagen Überlastung

Berlin - Nun melden sich auch die Amtsärzte in Deutschland zu Wort und beklagen ihre Überlastung angesichts des ungebrochenen Zustroms von Asylanten. Bundesweit kommen die Gesundheitsämter kaum mehr zu anderen Tätigkeiten als die Versorgung von Asylbewerbern.

„Seit Jahren wird der öffentliche Gesundheitsdienst kaputt gespart“, krtisiert Ute Teichert, die Vorsitzende des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes. „Das rächt sich jetzt.“ Die Amtsärzte sind für die Untersuchungen neueingereister Ausländer zuständig und kommen aufgrund der hohen Anzahl an täglichen Neuzugängen kaum noch dazu, andere Aufgaben zu erfüllen. „Die Wartezeiten in den Gesundheitsämtern werden immer länger“, berichtet Teichert. Vielerorts dauere es mehrere Wochen ehe man sich vorstellen könne.

Aktuell beschäftigt der Bund etwa 2.500 Amtsärzte in Gesundheitsämtern deutschlandweit. „Die Zahl muss auf mindestens dreitausend aufgestockt werden, damit die Daseinsfürsorge weiter sichergestellt werden kann“, so Teichert.

Einige Gesundheitsämter suchen deshalb bereits seit Monaten händeringend zusätzliches Personal. Bereits Ende September vergangenen Jahres rief etwa die Amtsärztin des Bezirks Tempelhof-Schöneberg in Berlin, Dr. Sina Bärwolff, alle Ärzte der Region sowie medizinisches Assistenzpersonal auf, sich ehrenamtlich zu engagieren. Diese sollten vor allem bei den medizinischen Aufnahmeuntersuchungen und bei der Durchführung von Impfungen behilflich sein.

Sibyll Klotz (Bündnis 90/Die Grünen), die Stadträtin für Gesundheit, Soziales und Stadtentwicklung des Bezirkes, rief zudem auch die Asylbewerber auf, sich zu melden, wenn medizinische Vorbildung besteht: „Hier können wir konkrete medizinische Hilfe und sprachliche Vermittlung mit der Eröffnung beruflicher Perspektiven verbinden. Vielleicht gelingt es uns so – auch vor der Berufsanerkennung – durch Praktika und Hospitationen einen Beitrag zur schnellen Integration und dem Erwerb von Sprachkenntnissen im medizinischen Kontext zu erreichen.“

Neben den Erstuntersuchungen und die Impfungen der Asylanten führen Amtsärzte unter anderem auch Impfungen vor Auslandsreisen und Einstellungs- beziehungsweise Berufseignungsuntersuchungen durch.

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