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Peinliches TV

Angeblich gemäßigter Islam-Prediger erweist sich bei Jauch als Fundamentalist

Mittwoch, 01 Oktober 2014 07:07 geschrieben von  Torsten Müller
Screenshot Screenshot Quelle: daserste.ndr.de

Berlin - Richtig zur Sache geht es bei den hiesigen Polit-Talkshows nur selten. Und wenn es bei Maischberger, Illner oder Jauch mal knallt, dann wirkt es meist aufgesetzt.

Talkshow-Moderator Günter Jauch lud nun zum Thema „Gewalt im Namen Allahs – Wie denken unsere Muslime?“ Politiker wie den Neuköllner Bürgermeister Heinz Buschkowsky und den Vorsitzenden des Innenausschusses im Bundestag, Wolfgang Bosbach ein. Und einen Islam-Prediger namens Abdul Adhim Kamouss, der die Bühne bei Jauch nutzte, um für den Islam zu werben.

Sämtliche Tageszeitungen und Magazine waren sich am Tag danach einig: Jauch hat angesichts des dominanten Auftretens des Islam-Predigers komplett versagt. Jauch hatte sich offenbar nicht ausreichend mit der Materie beschäftigt, stellte kaum Nachfragen, obwohl sie dringend erforderlich gewesen wären.

Kamouss ist kein normaler Prediger, er predigt auch in der berüchtigten Al-Nur-Moschee, die wegen islamistischer Umtriebe von den Sicherheitsbehörden beobachtet wird. Der Prediger hatte den Beifall in der Sendung auf seiner Seite – weil er in der ersten Reihe des Publikums handverlesenes Personal positioniert hatte, die ihn lautstark unterstützten.

Abdul Adhim Kamouss nutzte die viele Redezeit, die ihm von Jauch gewährt wurde, um seine Anhänger als gut integriert darzustellen. Dschihadisten seien nur wenige geworden, die er nicht erreichen konnte. Dass er in der Vergangenheit gemeinsame Auftritte mit späteren Glaubenskriegern hatte, versuchte er unter den Tisch zu kehren. Sämtliche Kritik wehrte er mit der Totschlagvokabel „Islamophobie“ ab.

Dass er selbst Hasspredigten gehalten habe und diese durch andere bekannte und staatlich beobachtete Prediger in der Al-Nur-Moschee allwöchentlich stattfinden, wollte er nicht eingestehen. Warum auch? Seine Gesprächspartner, allen voran Moderator Günter Jauch, ließen ihn mit seinen Tiraden gewähren.

In einem Video-Einspieler wurde das Frauenbild des islamistischen Predigers zutage gefördert. Darin bekräftigte er die im Islam offenbar weit verbreitete Ansicht, dass eine Frau ihren Mann um Erlaubnis fragen müsse, wenn sie die Wohnung verlassen will.

Der Auftritt des Imams Kamouss machte deutlich, dass auch vermeintlich gemäßigte Anhänger des Islams Ideen befürworten, die mit europäischen Werten, mit Rechtsstaatlichkeit und Freiheit nicht viel zu tun haben. Die Trennung von Islam und Islamismus ist eher eine akademische Übung als eine Beschreibung der Realität.

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