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Soli-Brief eines jüdischen Ehepaars in Dresden verlesen

Auch Holocaust-Überlebende stärken PEGIDA den Rücken

Dienstag, 10 Februar 2015 17:50 geschrieben von  Johann W. Petersen
Auch Holocaust-Überlebende stärken PEGIDA den Rücken Quelle: Pegida.de

Dresden - Rund 2.000 Anhänger folgten am Montag dem Aufruf von PEGIDA zur ersten Demonstration auf dem Dresdner Neumarkt nach der Spaltung. Neben den beiden Gastrednern Tatjana Festerling und Götz Kubitschek trat auch der wegen seiner Facebook-Einträge in die Kritik geratene Lutz Bachmann wieder auf der Kundgebung auf. Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) sieht darin ein Anzeichen, dass PEGIDA „weiter nach rechts“ rücke.

Was die dpa und auch andere Medien konsequent verschweigen, ist der Umstand, dass Bachmann auf der Kundgebung die Grußbotschaft des jüdischen Ehepaars Ingrid und Otto Wustrack aus Hannover, beide 85 Jahre alt und Überlebende der Judenverfolgung im Dritten Reich, verlesen hat.

Die beiden Eheleute sprachen den Teilnehmern der Demonstration ihren Dank aus und kritisierten gleichzeitig den Präsidenten des Zentralrates der Juden in Deutschland, Josef Schuster, der vor PEGIDA gewarnt und behauptet hatte: „Die Bewegung ist brandgefährlich. Hier mischen sich Neonazis, Parteien vom ganz rechten Rand und Bürger, die meinen, ihren Rassismus und Ausländerhass endlich frei ausleben zu dürfen.“ Diese Auslassungen bezeichneten die Wustracks in ihrer Grußbotschaft als „völlig inakzeptabel“. Jeder normale Bürger sehe ähnlich wie die Pegida-Demonstranten, dass von islamischer Seite „große Gefahren ausgehen“.

Das jüdische Ehepaar stärkte daher den PEGIDA-Demonstranten den Rücken: „Ihr Dresdner und Sachsen, Hunderttausende Deutschen standen Mitte letzten Jahres nicht auf, als überall in Deutschlands Städten ‚Juden ins Gas‘ und ‚Adolf Hitler‘ skandiert wurde. (…) Jetzt aber demonstrierten Politik und so viele Menschen ausgerechnet gegen euch? Das ist nicht richtig so! Denn Ihr in Dresden seid gegen die Islamisierung aufgestanden!“

Und weiter: „Damit die islamistische Ideologie mit Scharia und Dschihad nicht weiter in Deutschland Einzug hält – da steht Ihr als Pegida mit friedlichen Mitteln wie ein Bollwerk dagegen. Jeder, der sich an der Freiheit freut, soll an eurer Seite stehen. Die Kritik richtet sich nicht an die vielen gut integrierten Muslime und Freunde, sondern gegen solche Politik, die islamische Bedrohungen zulässt und fördert.“

Es seien die friedlichen Montagsdemonstrationen in der DDR gewesen, die die Mauer durch Deutschland niedergerissen hätten, und nun würden es die friedlichen von PEGIDA sein, „die europaweit die Einwanderungspolitik verbessern werden, um das gute Zusammenleben der Menschen in Europa vor schlimmen Einflüssen schützen“. Die Sachsen hätten ein gutes Gespür für Recht und Unrecht. „Wir vertrauen euch, macht weiter so!“, hieß es in dem Appell von Ingrid und Otto Wustrack schließlich.

Das Schweigen der Medien über dieses Grußwort ist bezeichnend. Offenbar passt es nicht in das Bild von PEGIDA als einer Ansammlung „Rechtsextremer“ und „Neonazis“. Das Verlesen des Grußwortes durch Lutz Bachmann stieß auf großen Beifall bei den Teilnehmern der Kundgebung.

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